MINT-EC-Camps

Durch unsere Mitgliedschaft im MINT-EC-Schulnetzwerk haben Schülerinnen und Schüler am LTG die Möglichkeit, deutschlandweit an MINT-EC-Camps teilzunehmen. In diesen mehrtägigen Camps wird zu jeweils einem MINT-Thema aus Wirtschaft und Wissenschaft geforscht und experimentiert.

Die Online-Bewerbungsphase findet immer Anfang Juni und Anfang Dezember statt. Alle Teilnehmer  müssen zu Beginn der Veranstaltung 16 Jahre alt sein und erhalten für die Dauer des Camps eine Schulbefreiung. Übernachtungs- und Verpflegungskosten werden gestellt, lediglich die Fahrtkosten müssen selbst getragen werden. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich jederzeit bei Frau Steger oder Herrn Thiele melden.

Maximilian Krug: Quantensysteme - Von Lichtsignalen zum Quantencomputer (Paderborn, 04.11.2025 - 06.11.2025) 

In den vergangenen Herbstferien erhielt ich die Chance, am MINT-EC-Camp „Quantensysteme – Von Lichtsignalen zum Quantencomputer“ in Paderborn teilzunehmen. 

Nach einer langen Anreise per Zug am Dienstag erreichte ich gegen Nachmittag das Pelizaeus-Gymnasium, an dem ich mit etwa fünfzehn weiteren Teilnehmern aus ganz Deutschland begrüßt wurde. Anschließend starteten wir direkt mit einem Experimentezirkel, den mehrere Lehrer der Schule betreuten. Dieser wiederholte in etwa zwei Stunden die Grundlagen der Quantenphysik und bereitete uns somit auf den kommenden Tag vor. Danach stand gemeinsames Pizzabacken mit Teilnehmenden und Lehrern auf dem Programm, wobei man sich schon ein wenig kennenlernen konnte. Am Abend erkundeten wir noch das Nachtleben von Paderborn, bevor wir in der Jugendherberge, einer alten Burg am Rande der Innenstadt, doch noch etwas Schlaf tankten. 

Am Mittwoch besuchten wir die Universität Paderborn, um dort den Tag im Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) zu verbringen. Nach einer Einführung in die Arbeit der Forschungsgruppen durch Dr. Benjamin Brecht erhielten wir einen Rundgang durch das neu gebaute Institut. Dieses wurde um das Herzstück, den Quantencomputer, herum gebaut, um möglichst gleichmäßige Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sowie möglichst geringe Erschütterungen zu gewährleisten. Das Besondere an diesem Quantencomputer ist, dass er der erste deutsche Demonstrator eines photonischen Quantencomputers ist, der also mit Licht rechnet, anstatt mit Elektronen oder Ionen. Nach dem Mittagessen in der Kantine durften wir zunächst den neu gebauten, riesigen Reinraum im Keller des Instituts besichtigen, bevor wir uns anschließend in kleinen Gruppen näher mit den einzelnen Bestandteilen eines Quantencomputers auseinandersetzten. Nach einem kurzen Abstecher in die Jugendherberge zum Abendessen verbrachten wir den Abend gemeinsam beim gemütlichen Bowlen und Billardspielen in der Stadt. 

Am letzten Tag des Camps stand die Präsentation der Ergebnisse der Gruppenarbeiten vor den anderen Teilnehmenden sowie einer Reihe von Doktoranden, Wissenschaftlern, Lehrern und Professoren im PhoQS an. Im Anschluss wurden wir über die verschiedenen Möglichkeiten zum Physikstudium an der Universität Paderborn informiert, bevor wir nach einem weiteren gemeinsamen Mittagessen in der Kantine wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause fuhren. 

Bericht: Maximilian Krug (Q13) 

 

Valerii Maryniuk: Erstellung virtueller Körper und Bauteile (Freiberg, 23.09.2025 - 26.09.2025)

Das diesjährige MINT-EC-Camp an der TU Bergakademie Freiberg stand ganz im Zeichen der additiven Fertigung, besser bekannt als 3D-Druck. Das Camp bot uns eine spannende Gelegenheit, die Welt moderner Fertigungstechnologien kennenzulernen und selbst praktische Erfahrungen zu sammeln. 

Dienstag: Auftakt und erste Ideen 
Der erste Tag begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Dr. Krinke und Frau Häußler. In einer Einführungsvorlesung erfuhren wir die Grundlagen der additiven Fertigung, die Unterschiede zwischen Prototypen und Endprodukten, sowie die wichtigsten Fertigungsverfahren. Anschließend startete die Gruppenarbeit: Wir entwickelten Ideen für eigene kleine Konstruktionsprojekte und diskutierten, welche Alltagsobjekte wir im Verlauf des Camps modellieren und drucken wollten. Am Abend lernten wir uns beim gemeinsamen Essen im Pi-Haus besser kennen. 

Mittwoch: CAD und erste Druckversuche 
Der zweite Tag begann mit einer praktischen Einweisung in eine CAD-Software. Unter Anleitung von Dr. Krinke und Herrn Krinke erstellten wir erste 3D-Modelle und lernten, wie man Bauteile und einfache Baugruppen konstruiert. Besonders spannend war am Nachmittag die Arbeit mit verschiedenen 3D-Druckverfahren. In kleinen Gruppen durften wir Technologien wie Binder Jetting, Laserstrahlschmelzen und Materialextrusion selbst ausprobieren. Es war faszinierend zu sehen, wie aus einer digitalen Idee Schritt für Schritt ein reales Bauteil entsteht. 

Donnerstag: Eigene Projekte und Kulturprogramm 
Am dritten Tag ging es weiter mit der Modellierung unserer eigenen Objekte. Nach der Erstellung der STL-Dateien bereiteten wir die Modelle im CAM-Prozess für den Druck vor. Anschließend begannen wir, unsere Präsentationen über die praktischen Arbeiten und Modelle zu gestalten. Am Nachmittag besuchten wir die beeindruckende Ausstellung „Terra Mineralia“ – ein kulturelles Highlight für alle Teilnehmenden. 

Freitag: Präsentationen und Abschluss 
Der letzte Tag war den Präsentationen gewidmet. Jede Gruppe stellte ihre Ergebnisse vor und präsentierte die gedruckten Modelle. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Ideen umgesetzt wurden. Danach folgte eine Feedbackrunde, in der wir unsere Eindrücke austauschten, bevor die Zertifikate überreicht wurden. 

Fazit 
Das Camp war eine großartige Erfahrung. Besonders beeindruckend war die praxisnahe Vermittlung der Themen. Wir konnten nicht nur theoretisches Wissen über CAD und additive Fertigung erwerben, sondern auch selbst kreativ werden und technische Fähigkeiten erlernen. Die Atmosphäre war sehr angenehm – konzentriertes Arbeiten kombiniert mit viel Spaß und Teamgeist. Auch die Betreuung durch die Dozenten und Mitarbeitenden war hervorragend. 

Valerii Maryniuk (Q12) 

Philipp Vodermaier: Werkstoffe im Kreislauf (Dresden, 22.09.2025 - 25.09.2025) 

Die TU Dresden verfügt über ein eigenes Institut für Werkstoffwissenschaften. Dort startete unser Camp mit einem herzlichen Einführungsvortrag des leitenden Professors. Anschließend konnten wir uns in vier verschiedene Arbeitskreise einwählen, je nach persönlichem Interesse. Zur Auswahl standen unter anderem der Bau einer technischen Nase, das Formen und Testen unterschiedlicher Kunststoffe oder, wie in meinem Fall, die additive Fertigung. 

Die additive Fertigung verfolgt das Ziel, Materialien möglichst effizient zu nutzen. Statt wie bei klassischen Verfahren Material aus einem festen Block abzutragen und beispielsweise ein Zahnrad herauszufräsen, wird hier Material nur an den benötigten Stellen Schicht für Schicht aufgetragen. Das bekannteste Beispiel dafür ist der 3D-Druck. 

Unsere Aufgabe bestand darin, die stabilste Innenstruktur (das sogenannte Infill) von 3D-gedruckten Bauteilen zu ermitteln. Dafür druckten wir über 40 Probenquader mit unterschiedlichen Fülldichten und Mustern. Im Anschluss wurden sie mit mechanischen Prüfverfahren belastet und ausgewertet. Die Ergebnisse mussten wir ganz im Sinne der MINT-EC-Tradition am letzten Tag vor einem Plenum vorstellen. Fun Fact am Rande: Auch Metalle oder Holz lassen sich heutzutage problemlos im 3D-Drucker verarbeiten. 

Neben dem wissenschaftlichen Teil bot das dreitägige Camp ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Besonders beeindruckt hat mich die Exkursion zum Bosch-Halbleiterwerk in Dresden. Nach einem Einführungsvortrag wurden wir in den großen Reinraum geführt, in dem Halbleiter unter streng kontrollierten Bedingungen produziert werden. Auch das zugehörige Labor durften wir besichtigen. Die Werkstoffprüfung findet dort aufgrund der winzigen Strukturen ausschließlich mit einem Elektronenmikroskop statt, einem Gerät von beeindruckender Größe. Dass dieser Einblick nicht selbstverständlich ist, zeigte sich spätestens an den strengen Sicherheitsmaßnahmen gegen Betriebsspionage: Wir mussten beispielsweise alle Handys abgeben. 

Eigentlich sollten wir an diesem Abend unsere Abschlusspräsentationen fertigstellen, wie es eben zur MINT-Kultur dazugehört. Wir entschieden uns jedoch bewusst gegen eine Nachtschicht und widmeten uns stattdessen dem Kontakteknüpfen. Oft hört man Klischees über MINT-Camps: Dort seien nur Nerds oder langweilige Einzelgänger. Meine Erfahrung ist das komplette Gegenteil. Bei allen drei Camps, die ich bisher besucht habe, konnte ich mit den Teilnehmenden wertvolle und inspirierende Gespräche führen. Viele haben klare Zukunftspläne, besondere Interessen und eine große Portion Motivation. Solche Gespräche haben mir immer wieder neue Perspektiven eröffnet und meinen Blick über den Tellerrand erweitert. 

Mein persönlicher Tipp, um möglichst viel aus einem Camp mitzunehmen: Nutzt die Zeit, um miteinander zu reden und setzt das Vorbereiten der Präsentation im Zweifel hinten an. Es lohnt sich jedes Mal, auch wenn die letzten Stunden vor dem Vortrag dann umso stressiger und nervenaufreibender sind. 

Insgesamt kann ich das mehrtägige Camp sehr empfehlen. Man erhält spannende Einblicke in Themen, die in der Schule kaum vorkommen, lernt neue Menschen kennen und entdeckt mögliche Berufsfelder für die Zukunft. Im Rückblick fühlt es sich fast an wie ein kompaktes „Turbo-Praktikum“ an einer Universität. Die Technische Universität Dresden war dabei ein äußerst herzlicher und engagierter Gastgeber. 

Ich hoffe, ich konnte euch motivieren, bei zukünftigen Camps vorbeizuschauen! 

Philipp Vodermaier (Q13) 

Zoe Weibezahl: „Innovative Pflanzen“ (Dachau, 07.07.2025-10.07.2025) 

Im Juli fand am Ignaz-Taschner-Gymnasium in Dachau das MINT-Camp „Klimawandel und mögliche Lösungsansätze der Biochemie“ statt, organisiert vom P-Seminar Biologie. 

Der erste Tag begann mit einer Einführung in das Thema, nachdem wir am Gymnasium angekommen waren. Beim gemeinsamen Essen und einem Kennenlernspiel konnten wir uns besser miteinander vertraut machen. Anschließend bezogen wir das Hotel, in dem wir untergebracht waren. 

Am zweiten Tag führte uns das Programm zunächst in den Tierpark Hellabrunn und später ins Sea Life München. Dort erfuhren wir, wie der Klimawandel Tierarten und ihre Lebensräume bedroht und welche ökologischen Folgen dies weltweit hat. Danach blieb noch etwas Zeit, um München auf eigene Faust zu erkunden. 

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Wissenschaft: Wir besuchten die TU München, besichtigten ein biochemisches Labor, führten ein Experiment durch und nahmen am Nachmittag an einer Vorlesung über Vitamin C teil. 

Am letzten Tag präsentierten wir unsere Ergebnisse in Abschlussvorträgen, bevor wir die Heimreise antraten. 

Bericht und Bilder: Zoe Weibezahl (11a) 

 

Theresa Marotz: MINT-EC-Sommer über Astronomie und Astrophysik (Athen, 06.06.2025 - 28.06.2025)

Vom 23. bis 28. Juni hatte ich die Gelegenheit, am 6. Internationalen MINT-EC-Camp im Athener Vorort Pallini teilzunehmen und dort fünf Tage lang verschiedene Bereiche der Astronomie und Astrophysik kennenzulernen. Austragungsort war die internationale Netzwerkschule Ellinogermaniki Agogi. Bereits im Vorjahr fand der erste Teil des Camps statt, bei dem 30 griechische Schülerinnen und Schüler nach Freiberg in Sachsen kamen, um dort zum Thema Werkstoffe zu forschen und die Technische Universität Freiberg näher kennenzulernen. 

Nachdem am Montag alle zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist waren, begann das Programm direkt mit einem besonderen Ereignis: der Zeugnisverleihung der Abschlussklasse der Ellinogermaniki Agogi. Dort trafen wir die griechischen Schülerinnen und Schüler des vorherigen internationalen MINT-EC-Camps wieder, die gerade erfolgreich ihren Abschluss gemacht hatten. Anschließend begleiteten sie uns zur Abschlussfeier im Athener Stadtzentrum. 

Am nächsten Tag starteten wir früh mit einer Führung über den Schulcampus. Neben Schwimmbad und Sportplatz verfügt die Ellinogermaniki Agogi über eine eigene Sternwarte, die als Hauptort des Camps diente. Nach der Besichtigung begann unser erster Kurs, in dem wir mithilfe eines KI-gestützten Tools interaktiv Galileos Entdeckungen nachvollziehen konnten. Danach folgte ein Vortrag zur Funktionsweise von Teleskopen, gehalten von einem Physiklehrer der Schule. 

Nach dem Mittagessen ging es in die Sternwarte, wo wir die Teleskope selbst bedienen und einstellen lernten. Unsere ersten Beobachtungen beschränkten sich aufgrund der noch hellen Sonne auf entfernte Antennen und Hügel – eine gute Übung zum Anpeilen von Objekten. 
Um 21 Uhr war es schließlich dunkel genug, um nach dem Abendessen erneut in die Sternwarte zurückzukehren. Wir entdeckten verschiedene Sternbilder und erhielten einen spannenden Exkurs zur Astrofotografie – ein gelungener Abschluss des ersten Tages. 

Am folgenden Morgen fuhren wir nach Athen, denn die internationalen MINT-EC-Camps dienen nicht nur dem Wissensaustausch, sondern auch der kulturellen Begegnung. Im Akropolis-Museum erhielten wir eine interessante Führung und besichtigten anschließend die Akropolis. Um der Mittagshitze zu entgehen, kehrten wir zum gemeinsamen Essen in die Stadt zurück, die uns von den griechischen Schülerinnen und Schülern näher gezeigt wurde. 
Am Abend ging es zurück nach Pallini, wo uns ein Vortrag über Asteroiden erwartete. Danach setzten wir unsere Beobachtungen und die Astrofotografie fort. 

Der Mittwoch begann mit einem vierstündigen Kurs zu Neutrinoastronomie, Photonendetektion und dem photoelektrischen Effekt. Nach der Mittagspause folgte ein Vortrag über Gravitationswellen. Um die vielen neuen Inhalte zu verarbeiten, war für den Nachmittag kein weiteres Programm vorgesehen, sodass wir den Tag am Pool unseres großzügigen Vier-Sterne-Hotels ausklingen lassen konnten. 

Am letzten Tag war ursprünglich der Besuch des Asklepieion von Pergamon und des Poseidon-Tempels geplant. Aufgrund anhaltender Waldbrände in der Region war dies jedoch nicht möglich. Stattdessen beschlossen einige griechische und deutsche Teilnehmende, gemeinsam nach Athen und anschließend ans Meer zu fahren – ein schöner Abschluss des Camps. 

Insgesamt bot das 6. Internationale MINT-EC-Camp eine großartige Gelegenheit, sich in verschiedenen Bereichen der Astronomie und Astrophysik weiterzubilden und das Gelernte praktisch anzuwenden. Dies wurde durch das Engagement der Ellinogermaniki Agogi ermöglicht, die uns nicht nur hervorragend ausgebildete Lehrkräfte, sondern auch ihre bestens ausgestattete Sternwarte mit hochwertigen Teleskopen zur Verfügung stellte. 
Ich persönlich kann MINT-EC-Camps – insbesondere die internationalen – sehr empfehlen und zur Teilnahme ermutigen. 

Bericht und Bilder: Theresa Marotz (Q13) 

Victoria von Theumer: „MINT meets Frankfurt School“ (Frankfurt, 05.05.2025 - 07.05.2025) 

Vom 5. bis 7. Mai 2025 hatte ich die Gelegenheit, an der Veranstaltung „MINT-EC meets Frankfurt School“ in Frankfurt am Main teilzunehmen. Insgesamt kamen 22 Schülerinnen und Schüler aus dem MINT-EC-Netzwerk zu diesem dreitägigen Programm zusammen. Ziel war es, einen umfassenden Einblick in das Studienangebot der Frankfurt School of Finance & Management sowie in verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Themen zu erhalten. 

Der Auftakt erfolgte am Montag um 13:00 Uhr mit einer Begrüßung, einer Vorstellungsrunde und einer Präsentation der Bachelor-Studiengänge. Im Anschluss erkundeten wir den Campus bei einer Führung und konnten die moderne Architektur der Hochschule erleben. Da die geplante Schnuppervorlesung krankheitsbedingt entfiel, nutzten wir die Gelegenheit, etwas früher in die direkt am Main gelegene Jugendherberge einzuchecken. Der Abend stand uns zur freien Verfügung, um Frankfurt auf eigene Faust zu entdecken. 

Der zweite Tag begann mit einer geführten Stadttour, bei der wir spannende Details zur Geschichte und Architektur der Stadt erfuhren. Danach folgte ein Assessment-Center-Training, in dem typische Auswahlverfahren für Bewerbungen simuliert wurden. Nach dem Mittagessen arbeiteten wir in Teams an einer praxisnahen Case Study im Rahmen der „FS Initiative“ und präsentierten anschließend unsere Ergebnisse. Auch die zweite geplante Schnuppervorlesung musste leider entfallen, da der Dozent erkrankt war. Den Tagesabschluss bildete ein Austausch mit Studierenden der Frankfurt School, bei dem wir drei internationalen Kommilitonen Fragen zum Studienalltag stellen konnten. 

Am letzten Tag stand das Kennenlernen des FSEC (Frankfurt School Event Committee) im Mittelpunkt. Nach einer informativen Vorstellung des Komitees endete die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen und einer abschließenden Feedbackrunde. 

Victoria von Theumer (11b) 

Jeyla Zeynalova: „BeING insight“ (Dresden, 23.03.2025 – 29.03.2025) 

Dieses einwöchige Camp begann mit unserer Ankunft in der Jugendherberge und der Zuweisung der Zimmer. Die Zimmeraufteilung war bereits im Voraus festgelegt, ebenso wie die Gruppen, in denen wir an der Aufgabe arbeiten sollten, die uns von der Fakultät für „Elektrotechnik/Informationstechnik“ der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit der „SPEKTRA Schwingungstechnik und Akustik GmbH Dresden“ gestellt wurde. Etwa eine Woche vor dem Camp erhielten alle Teilnehmer per E-Mail den „Belbin-Test“. Die Fragen beinhalteten zum Beispiel: „Wenn mir plötzlich eine schwierige Aufgabe übertragen wird, die unter Zeitdruck und mit neuen, mir unbekannten Leuten zu bewältigen ist, was würde ich tun?“ – dazu gab es mehrere Antwortmöglichkeiten. Dieser Test half dabei, unsere Rolle im Team festzulegen. 

Am Montag lernten wir unsere Gruppen kennen. Die Gruppen setzten sich jedoch nicht nur aus Jugendlichen zusammen, denn alle wurden von einem Team- und Fachcoach begleitet, der uns stets unterstützte, wenn wir vom richtigen Weg abkamen oder nicht weiterwussten. Insgesamt gab es sechs Gruppen, die nicht nur aus Teilnehmern des MINT-EC bestanden, sondern auch aus Studierenden und Teilnehmern eines anderen Camps. Zum ersten Mal trafen sich diese unterschiedlichen Teams im Vorlesungssaal, wo uns zu Beginn die Aufgabe für die kommende Woche vorgestellt wurde. Danach lernten wir unsere Coaches kennen und nahmen an Kennenlernspielen teil. Später gingen wir in ein separates Gebäude, wo uns ein Raum zugewiesen wurde, in dem wir an unserem Projekt arbeiten sollten. 

Das Projekt, das uns gestellt wurde, bestand darin, ein Konzept für eine Demo-Software zur Konfiguration von Sensoren und zur Visualisierung von Messdaten zu entwickeln sowie eine Modellanwendung bereitzustellen. Wir arbeiteten jeden Tag von 8 bis 17 Uhr. Es war teilweise schwierig, aber wir wollten unbedingt ein gutes Ergebnis bei der Abschlusspräsentation zu liefern und das motivierte uns. 

Das „BeING insight“ -Programm fördert praxisorientiertes Lernen durch die Bearbeitung realitätsnaher Unternehmensprobleme. Der intensive Umgang mit einer Projektaufgabe – von der Ideenfindung bis hin zur Gesamtkonzeption – hilft dabei, das erlernte Fachwissen anzuwenden und zu vertiefen, was das nachhaltige Verständnis theoretischer Inhalte unterstützt. Das Format simuliert eine realistische Arbeitssituation mit hohen fachlichen Anforderungen, Zeitdruck, Konkurrenz und unterschiedlichen Persönlichkeitsprofilen im Team. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert Fach-, Sozial- und Methodenkompetenzen wie Projektmanagement, Analysefähigkeit, Kreativität, Teamarbeit sowie Kooperations- und Konfliktfähigkeit – alles Fähigkeiten, die für den späteren Berufsalltag entscheidend sind. 

Unsere Aufgabe bestand darin, eine benutzerfreundliche und intuitive Benutzeroberfläche zu entwickeln. Wir gestalteten eine einfache Bedienoberfläche mit vielen Piktogrammen. Doch dies allein reichte nicht aus, um das Interesse der Kunden zu wecken. Daher kam die Idee, ein „Labyrinth“ zu entwerfen. 

Die Steuerung des Labyrinths erfolgte über einen Controller mit einem Beschleunigungssensor, mit dem der Benutzer eine Kugel im Labyrinth steuerte, um das Ziel zu erreichen. Dies erzeugte Interesse bei den Kunden und motivierte sie, den „SPEKTRA Score“ zu übertreffen und somit ein „SPEKTRAcular“ von Max (der Sympathiefigur von SPEKTRA) zu erhalten. 

Zur besseren Veranschaulichung unseres Projekts haben wir ein 3D-Modell des Controllers mit einem 3D-Drucker erstellt, um zu zeigen, wie das System in der realen Welt funktioniert. 

Unsere Coaches und Professoren unterstützten uns ständig. Zudem erhielten wir Unterstützung von Experten und Professoren, die uns nach dem Prinzip der minimalen Hilfe in festgelegten Zeitfenstern betreuten. Dies ermöglichte uns, unsere Fähigkeiten selbstständig zu entwickeln und unsere Lösung auf professionelle Weise zu erarbeiten. 

Bericht und Bilder: Jeyla Zeynalova (11a) 

 

Lucia Fritsch: Zukunft Werkstoffe (Freiberg, 11.03.2025 – 14.03.2025) 

Vom 11. bis zum 14. März hatte ich die Möglichkeit, am MINT-Camp „Zukunft Werkstoffe“ an der TU Bergakademie Freiberg in Sachsen teilzunehmen. Vier Tage lang drehte sich alles um Gewinnung, Verarbeitung und Analyse von Metallen und anderen Werkstoffen. 

Nach einigen Strapazen mit der Deutschen Bahn versammelten sich (fast) alle Teilnehmenden im Senatssaal der Universität, wo wir mit einer Begrüßung und Einführung starteten. 
Anschließend besuchten wir die „Terra Mineralia“, die Dauerausstellung über Mineralien und Edelsteine der TU. Zwei Geologiestudenten führten uns durch die Exponate, darunter besondere Stücke wie ein im Licht bewegliches Mineral und ein „obszöner“ Malachit. 

Danach bezogen wir unsere Zimmer im Dachgeschoss des „Pi-Hauses“, einem Jugendzentrum unweit der Innenstadt. Endlich vereint, kochten wir gemeinsam ein Abendessen, spielten Kennenlernspiele und teilten uns in zwei Gruppen auf, die unsere Projekte für die kommenden Tage bestimmten. Schon jetzt zeigte sich das gute Zusammenspiel unserer Truppe. Den Abend ließen wir mit einem Stadtbesuch ausklingen. 

Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Frühstück richtig los. Gruppe 2, zu der ich gehörte, sollte innerhalb von zwei Tagen hochreines Kupfer mithilfe einer Elektrolyse gewinnen. Ein kurzer Vortrag einer Professorin erläuterte die Gewinnung von Kupfer und interessante Fakten – etwa, dass Kupfer für Veganer eigentlich nicht geeignet ist. Danach bereiteten wir unseren Versuch im Labor selbstständig vor. Gruppe 1 beschäftigte sich derweil im Gebäude der Fakultät für Gießereiwissenschaften mit dem Prozess der Stahlerzeugung. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa arbeiteten wir wieder getrennt weiter. 

Jetzt wurde es handwerklich: Nach dem bewährten Schema – zuerst ein theoretischer Vortrag, dann praktische Arbeit – lernten wir das Verfahren des Gießens kennen. In der Gießerei besichtigten wir Karosserieteile von Dieselfahrzeugen sowie die dafür benötigten Formen und Maschinen. Unsere eigentliche Aufgabe bestand darin, eigene „verlorene Formen“ aus Quarzsand für Gleitlagerbuchsen zu bauen und Smileys aus Zinn zu gießen – selbstverständlich professionell mit Schutzkleidung ausgestattet. 

Die andere Gruppe erhielt zeitgleich eine Einführung in den Prozess des Walzens von Metallen und führte selbst Versuche sowie chemische Analysen an bearbeitetem Stahl durch. 

Am Abend hatten wir die Möglichkeit, uns bei einem Grillabend mit Studierenden zu vernetzen – ein Raum für viele interessante Gespräche und angeregte Diskussionen. Ich lernte auch das „RaceTech-Racing-Team“ kennen, eine Gruppe Studierender, die eigene Rennwagen designen, bauen und damit jährlich an Rennen teilnehmen. Parallel dazu wurde ein Escape Room zum Thema „Werkstoffanalyse“ angeboten, den wir am selben Abend erfolgreich meisterten. 

Am Donnerstag ging es früh los in die Betriebe SAXONIA Galvanik und SAXONIA Edelmetalle in Halsbrücke bzw. für Gruppe 1 zu Bharat Forge nach Brand-Erbisdorf. 
Bei SAXONIA, einem Unternehmen, das Kunststoffteile mit verschiedenen Metallen beschichtet (galvanisiert), erhielten wir eine Betriebsführung mit Einblicken in Produktions- und Lagerhallen, Anlagen und die Qualitätsprüfung. 
Beim benachbarten Schwesterunternehmen SAXONIA Edelmetalle, spezialisiert auf die Rückgewinnung und Wiederverarbeitung von Edelmetallen, sahen wir unsere Elektrolyse vom Vortag im industriellen Maßstab und erfuhren viel über die Chemie hinter dem Edelmetallrecycling. 

Am Nachmittag überprüften wir unsere – glücklicherweise erfolgreiche – Elektrolyse, bei der jede*r ein Stück des gewonnenen Kupfers behalten durfte. 

Abschließend widmeten wir uns dem letzten Projekt: der Gefügecharakterisierung. Das „Gefüge“ bezeichnet den inneren Aufbau eines Werkstoffs, der dessen Eigenschaften sowie Haltbarkeit und Festigkeit bestimmt. Gleichmäßigkeit ist hierbei, wie wir lernten, besonders wichtig. Die Analysen wurden mithilfe von Elektronenmikroskopen mit einer Auflösungsgrenze von unter einem Nanometer sowie mit Röntgendiffraktometern durchgeführt, bei denen Röntgenstrahlung zur Untersuchung von Atomgittern verwendet wird. Beide Methoden wurden uns ausführlich erklärt und vorgeführt. 
Im Untergeschoss des Hauses „Metallkunde“ wartete schließlich das Highlight des Tages auf uns: ein Elektronenmikroskop, mit dem man Atome in einer Siliziumprobe sichtbar machen konnte. Das mehrere Millionen Euro teure Gerät durften wir sogar aus nächster Nähe betrachten. 

Den Abend nutzten wir zur Fertigstellung unserer Präsentationen in Teamarbeit. 
Am Freitag endete das Camp mit der erfolgreichen Präsentation unserer Projekte und der Vergabe der Teilnahmezertifikate. 

Es war mein erstes MINT-Camp und meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen! Ich kann jeder MINT-interessierten Schülerin und jedem MINT-interessierten Schüler wärmstens empfehlen, solche Angebote zu nutzen und sich zu bewerben. Man kann nicht nur viel lernen, neue Freundschaften schließen und exklusive Einblicke in eine Universität oder Hochschule gewinnen, sondern auch frühzeitig Kontakte zu Mitarbeitenden und Studierenden knüpfen, die den Einstieg ins Studium enorm erleichtern. 

Bericht und Bilder: Lucia Fritsch (Q12) 

Thomas Karela: „Digital Insides : Metaverse und Extended Reality“  (Online, 05.02.2025)   

Am 05.02.2025 durfte ich nachmittags von 16 bis 17 Uhr im Rahmen der „Digital Insights“ von MINT-EC an einem spannenden Vortrag über die Grundlagen, Technologien und Anwendungsbereiche des „Metaverse“ und der „Extended Reality“ teilnehmen. Neben den Präsenzangeboten aus dieser Reihe, wie dem bei BMW, an dem Maxi Krug teilgenommen hat (siehe nächster Artikel), war dies ein Onlineangebot in Form einer einstündigen Videokonferenz. 

Um alle auf den gleichen Stand zu bringen, wurden anfänglich kurz die Begrifflichkeiten „Virtual Reality“, „Augmented Reality“ und „Mixed Reality“ voneinander abgegrenzt. Dadurch war es auch für mich als Neuling in diesem Gebiet problemlos möglich, dem Vortrag zu folgen. Nach einem anschließenden Überblick über die Evolution der XR-Geräte, von 2 kg schweren Headsets bis zu unter 150 g in wenigen Jahren, bekamen wir eindrückliche Einblicke in den Entwicklungsprozess virtueller Umgebungen. Spiele wie Fortnite zu spielen mag Spaß machen, doch die Erkenntnis über den Aufwand dahinter, beispielsweise alle Grashalme, Regentropfen und Lichteindrücke zu erstellen, war wirklich überwältigend. Gerade in Anbetracht dessen ist der enorme Boom und Fortschritt dieser Branche beeindruckend. Auch wenn KI noch bei weitem nicht alles übernehmen kann, so ist sie doch ein Schlüssel zur schnelleren Entwicklung und wird die Innovationsgeschwindigkeit noch weiter vorantreiben. 

Im zweiten Teil des Vortrags wurden dann die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von XR dargelegt. Für die Allianz als Versicherungsunternehmen ist die Entwicklung von Spielen selbstverständlich nicht das primäre Einsatzgebiet dieser Technologie. Sie kann aber unter anderem zur Auswahl und zum Training von Mitarbeiter*innen und für Events eingesetzt werden. Darüber hinaus hat die Allianz sogar einen Firmensitz als digitale Umgebung dargestellt, um Kunden unabhängig von deren Aufenthaltsort einen Eindruck des Standortes zu vermitteln – für mich etwas skurril, aber gleichzeitig ein interessanter Ansatz! 

Am Ende gab es noch genug Zeit für Fragen: Von Zukunftsprognosen über technische Details bis hin zu Jobmöglichkeiten wurden verschiedenste Fragen gestellt und beantwortet! Auch wenn euch dieses spezielle Thema vielleicht nicht einhundertprozentig zusagen sollte, würde ich jedem dringend empfehlen, die diversen Angebote auf der Homepage von MINT-EC zu durchstöbern. Solche Online-Veranstaltungen gibt es zu nahezu jedem (MINT-)Thema, und es ist wirklich kein großer zeitlicher Aufwand! Obendrein bekommt man sehr interessante Einblicke und manchmal sogar praktische Tipps, zum Beispiel im Umgang mit ChatGPT. Natürlich ist es besonders cool, einen Tag schulfrei zu bekommen, um nach München zu fahren und direkt durch eine Firma geführt zu werden, doch gerade, wenn man nicht einen ganzen Tag investieren kann, ist das Online-Angebot sehr empfehlenswert! Für mich war dies deshalb auch schon die fünfte Veranstaltung dieser Art. 

Maximilian Krug: „Digital Insides, Live vor Ort bei BMW“  (München, 29.11.2024) 

Am 29.11.2024 hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen des Programms „Digital Insides“ einen Tag lang das Unternehmen BMW näher kennenzulernen. „Digital Insides“ ist ein Angebot von verschiedenen Unternehmen und Netzwerken, darunter Mint EC, an dem man ab der 9. Klasse teilnehmen kann. Vor Ort oder in Online-Veranstaltungen bieten verschiedene Firmen dabei Einblicke in ihre Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, geben Bewerbungstipps und vermitteln Inhalte von KI bis hin zu nachhaltiger Mobilität. 

Die Veranstaltung, an der ich teilnehmen konnte, fand in der „BMW-Welt“ und auf dem angrenzenden Produktionsgelände in München statt. Nachdem wir, circa 30 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland, alle eingetroffen waren, uns angemeldet hatten und von einer BMW – Mitarbeiterin begrüßt worden waren, startete auch schon der erste Programmpunkt des Tages, ein Workshop zum Thema Nachhaltigkeit. In kleinen Teams traten wir gegeneinander an, wobei wir Fragen beantworten und eigene Ideen zu Nachhaltigkeit im Alltag entwickeln mussten. Anschließend durften wir alte Flaschendeckel selbst recyceln und sie in eine neue Form, zum Beispiel Karabiner oder Spielfiguren, gießen. Direkt im Anschluss erhielten wir eine Führung durch die „BMW-Welt“ und damit einen auch einen spannenden Überblick über aktuelle Modelle und Zukunftstechnologien, wie Elektromobilität, autonomes Fahren oder Wasserstoff. Bevor es am Nachmittag mit einem Vortrag zum Thema Berufschancen bei BMW weiterging, folgte nun erst mal das ausgiebige Mittagessen in einer der Werkskantinen, bei der man Gelegenheit hatte, auch die anderen Teilnehmer näher kennenzulernen. Im Anschluss stellten uns einige Ausbilderinnen und Auszubildende die Berufsaussichten bei BMW vor. Ehe wir uns versahen, war der Tag auch schon wieder rum und wir machten uns mit vielen neuen Eindrücken auf den Weg zurück nach Hause. 

Wenn ihr euch dafür interessiert, auch einmal an so einer Veranstaltung teilzunehmen, dann schaut doch einfach mal auf die Homepage von Mint EC, dort findet ihr immer die neusten Veranstaltungen. Ich kann es nur allen, die später mal bei BMW, Microsoft, Siemens und Co. arbeiten wollen, wärmstens empfehlen! 

Maximilian Krug (Q12) 

Philipp Vodermaier: Produktionstechnik (Aachen, 06.11.2024 – 09.11.2024) 

Nach einer kurzweiligen und sogar verspätungsfreien Anreise wurden wir, die 24 MINT-Schülerinnen und -Schüler, herzlich am Universitätscampus für Produktionstechnik der RWTH Aachen begrüßt. Wenn man die ersten Eindrücke von der RWTH Aachen mit einem Adjektiv beschreiben müsste, wäre "überwältigend" wohl die beste Wahl. Beeindruckend ist auch die Tatsache, dass rund 25 % der Einwohner Aachens Studierende sind – ebenso beeindruckend wie die Größe des Campusgeländes. 

Zum Auftakt des Programms erhielten wir einen Vortrag von Christian Fimmers, dem Geschäftsführer des Exzellenzclusters „Internet of Production“. Er forscht an der systematischen Vernetzung verschiedener Produktionssysteme, um deren Effizienz zu steigern. Der Vortrag bot spannende Einblicke in die Industrie 4.0. Im Anschluss arbeiteten wir regelmäßig in Arbeitsphasen, in denen wir selbstständig Aufgaben bearbeiteten, die auf den jeweiligen Vorträgen basierten. 

Am ersten Tag bestand unsere Aufgabe darin, eine Arbeitsanweisung für Bandarbeiter zu entwickeln, die eine reibungslose Produktion auch ohne Vorkenntnisse gewährleisten sollte. Als Beispiel diente uns dabei die Produktion eines Spielzeughundes – eine spannende Herausforderung. 

Untergebracht waren wir in einer Jugendherberge etwas außerhalb der Innenstadt. Die Abende waren nicht streng geregelt, sodass wir Zeit hatten, Aachen zu erkunden und das junge, lebendige Flair der Innenstadt zu genießen. 

Der zweite Tag begann mit einem Seminar zur Automatisierung von Produktionsverfahren. Auf Basis dieser Inhalte war es unsere Aufgabe, ein ideal vernetztes Unternehmen zu entwerfen, das mithilfe digitaler Automatisierungssoftware eine möglichst hohe Produktionseffizienz erreicht. Nach der anschließenden Abschlusspräsentation unserer Ergebnisse ließen wir uns das Mittagessen in der Uni-Mensa schmecken. 

Am Nachmittag folgte eine spannende Unternehmensführung, die uns Einblicke in praktische Anwendungen moderner Produktionstechnik bot. Den Abend rundete ein gemeinsames Abendessen ab, zu dem wir von der Universität Aachen eingeladen wurden. 

Der dritte Tag startete mit einem Vortrag eines Professors für Kunststofftechnik. Dieser verdeutlichte die zentrale Rolle von Kunststoffen, insbesondere im Kontext der Energiewende, und eröffnete uns neue Perspektiven auf das Thema Nachhaltigkeit. Anschließend erhielten wir eine Führung durch die Forschungsbereiche der Universität, die sich auf die Verbindung von künstlicher Intelligenz und Kunststofftechnik spezialisiert haben. 

Nach dem Mittagessen fand eine informative Veranstaltung statt, in der grundlegende Fragen rund um das Studium an der RWTH Aachen beantwortet wurden. Schließlich bereiteten wir unsere Abschlusspräsentationen vor, die traditionell den Höhepunkt eines jeden MINT-Camps darstellen. Um 19 Uhr trafen wir uns erneut zur RWTH-Wissenschaftsnacht, die eine Vielzahl an Fachvorträgen vom Stand der Kernfusionsforschung bis hin zu Hochspannungsshows bot. 

Am letzten Tag präsentierten wir unsere Ergebnisse und erhielten abschließendes Feedback von den Referierenden. Mit einer gelungenen Präsentation rundeten wir unseren Aufenthalt ab. 

Insgesamt hat mir das gesamte Camp sehr gut gefallen. Die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten waren hervorragend und die lockere Lernatmosphäre machte das Erlebnis besonders angenehm. Ich würde jederzeit wieder daran teilnehmen! 

Philipp Vodermaier (Q12) 

Jeyla Zeynalova: MINT-EC-Forum „CAMMP“ (Aachen, 21.10.2024 – 23.10.2024) 

Ich habe am MINT-EC-Forum in Aachen teilgenommen und kann sagen, dass es eine gute Erfahrung war, sowohl für die Erweiterung meiner Kenntnisse im Bereich Programmierung als auch für die Kommunikation mit anderen Teilnehmern und die gemeinsame Arbeit. Diese Veranstaltung dauerte drei Tage. 

Am ersten Tag ging es hauptsächlich darum, die Stadt kennenzulernen und in Vierergruppen zusammenzuarbeiten. Wir folgten einem vom Veranstalter erstellten Reiseführer und besichtigten dabei die Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie das Aachener Rathaus, den Elisenbrunnen und den Puppenbrunnen. Aufgrund seiner Lage zwischen drei Ländern hat Aachen viele Sehenswürdigkeiten, die von Einflüssen der Nachbarstaaten geprägt sind. Außerdem ist Aachen die Stadt mit dem ersten UNESCO-Weltkulturerbe Deutschlands, dem Aachener Dom, der mit über 1200 Jahren älter als der Kölner Dom ist. Während dieser drei Tage habe ich von Einheimischen viele interessante Legenden über ihn erfahren. Parallel zur Begegnung mit der Stadt standen wir vor der Herausforderung, einen Apfel gegen etwas Wertvolles einzutauschen, was uns gut gelungen ist. Verkäufer verschiedener Geschäfte waren sehr offen für den Austausch, da es in Aachen oft solche Challenges gibt, wie wir von Studierenden erfahren haben. Am Abend wurden wir zum Hostel gebracht, in unseren Zimmern untergebracht und bekamen ein köstliches Abendessen. 

Am zweiten Tag hatten wir die längste Arbeitsphase. Ziel war es, die Funktionsweise von Computertomographie mithilfe mathematischer Berechnungen und Programmierung zu vermitteln. Ich finde dieses Thema sehr interessant, weil wir Mathematik tatsächlich bei alltäglichen Problemen eingesetzt haben. Dieses gesamte Programm fand an der RWTH Aachen Universität statt. An diesem Tag lernten wir auch die Mensa der Universität und einige Studierende kennen. Am Abend wurde Pizza bestellt und ein Spieleabend vereinbart. 

Am letzten Tag arbeiteten wir erneut, allerdings an einem neuen Problem: dem Schema der künstlichen Intelligenz im Hinblick darauf, wie sie Gesichter erkennt. Alles wurde in der Programmiersprache Julia umgesetzt. Beim letzten Mittagessen verabschiedeten wir uns von den anderen Teilnehmern, und schon um 14:00 Uhr gingen wir zum Bahnhof. 

Ich kann anderen empfehlen, an einem MINT-EC-Camp teilzunehmen, weil es wirklich eine schöne Erfahrung und Erinnerung ist. 

Jeyla Zeynalova (11a) 

Leonhard Mühlberger: Satellitentechnik und Erdbeobachtung (Heilbronn, 14.10.2024 - 18.10.2024)

Als ich am Montagnachmittag in Heilbronn ankam, wurden wir zunächst in den Räumlichkeiten der Experimenta begrüßt, und die zahlreichen Projektleiter stellten sich uns vor. Nach einem kurzen Kennenlernspiel startete auch schon der erste Workshop, bei dem wir in Kleingruppen eine Antenne bauen durften. Das Empfangen von Satellitendaten und die Auswertung dieser sollten nämlich das übergeordnete Ziel der Woche darstellen. Anschließend ging es in die Jugendherberge, wo wir die Teilnehmenden des anderen Camps für Molekularbiologie trafen und gemeinsam mit ihnen den Abend bei einer weiteren Kennenlernrunde ausklingen ließen. 

Am zweiten Tag konnten wir uns vormittags die Grundlagen der multispektralen Fernerkundung erarbeiten und erfahren, wie beispielsweise Wettersatelliten Daten zu Temperatur oder Oberflächenbeschaffenheit erfassen. Zum Mittagessen gab es, wie an den anderen Tagen auch, ein Tagesmenü aus dem angrenzenden Restaurant der Experimenta. Nachmittags hatten wir dann die Möglichkeit, selbstständig die informative und interaktive Ausstellung zu erkunden und in einer kurzen Stadtführung mehr über Heilbronn und seine Geschichte zu erfahren. 

Am nächsten Morgen konnten wir endlich unsere selbstgebauten Antennen einsetzen und bei einem Überflug von NOAA 19 über Deutschland Daten des Wettersatelliten empfangen. Durch eine Software kann dieses Signal dann in ein Foto der aktuellen Wetterlage dekodiert werden. Um dieses Foto anschließend weiter für die Wetterprognose verwenden zu können, muss es georeferenziert werden. Das bedeutet, dass das Bild durch eine quadratische Koordinatentransformation auf eine Kugeloberfläche projiziert wird, sodass sich die im Bild dargestellten Strukturen dem runden Globus anpassen. 

Im nächsten Workshop konnten wir uns mit der Energieversorgung von Satelliten und Raumsonden auseinandersetzen und beschäftigten uns mit der Funktionsweise sowie dem Aufbau einer Solarzelle. 

Am Donnerstag schauten wir uns die Elektronik und die Datenübertragung der Satelliten an. Dafür durften wir selbst einen 4-Bit-Speicher bauen und konnten diesen danach für eine Simulation des Hamming-Codes verwenden. Dabei handelt es sich um eine Übertragungsart, bei der man unter gewissen Umständen erkennen kann, ob die empfangenen Daten korrekt bzw. vollständig sind und diese sogar berichtigen kann, ohne dass die gesendeten Daten als Abgleich benutzt werden. 

Im Anschluss daran konnten wir uns erneut mit der Spektralanalyse unserer Umgebung vertraut machen und lernten, wie man am Spektrum von Objekten erkennen kann, ob es sich beispielsweise um Pflanzen handelt. 

Am letzten Tag konnten wir in einem Weltraum-Simulator selbst ein Raumschiff steuern und lernten dabei elementare Eigenschaften der Orbitalmechanik kennen. 

Abschließend kann ich nur sagen, dass mich auch dieses MINT-EC-Camp sowohl persönlich als auch fachlich bereichert hat und ich jedem empfehlen kann, auch ein solches Camp zu besuchen. 

Thomas Karela: Molekularbiologie (Heilbronn, 14.10.2024 - 18.10.2024) 

Am 14.10.2024 bin ich mit dem Zug nach Heilbronn gefahren, um an dem einwöchigen MINT-Camp „Molekularbiologie“ teilzunehmen. Nach der Ankunft an der Experimenta, dem Experimentierlabor, in dem alle Workshops stattfanden, erhielten wir zunächst eine kurze Sicherheitseinweisung zum Verhalten im Labor. In einem sehr modern ausgestatteten Computerraum simulierten wir anschließend die geplanten Experimente der Woche. Als Letztes machten wir noch eine Pipettierübung, bevor wir dann gemeinsam zur Jugendherberge gingen. Einige Kennenlernspiele und ein kurzes Reflektionsplenum folgten dem Abendessen. Ein wirklich kurzes Reflektionsplenum gab es jeden Abend. Trotzdem hatten wir immer sehr viel Freizeit für Gruppenspiele und anderes. Es entstanden einige legendäre Runden Werwolf, obwohl anfangs einige meinten, schon „gesättigt“ zu sein. Aber die Gruppe war einfach spitze! 

Am Dienstag ging es dann so richtig los mit dem Experiment, das uns die ganze Woche begleiten sollte. Zunächst extrahierten wir die DNA eines Virus, reinigten sie auf und setzten sie dann in einen Plasmidring ein, um diesen im weiteren Verlauf in ein Bakterium zu überführen. Dazwischen gab es verschiedenste Schritte der Vervielfältigung der gewünschten DNA mittels PCR. So lernten wir ganz nebenbei, wie in der Corona-Pandemie die mysteriösen „PCR-Tests“ funktioniert haben. Natürlich musste anhand verschiedener Tests auch immer wieder geprüft werden, ob bisher alles funktioniert hatte. Das war zwar nicht immer der Fall, aber die äußerst kompetenten und hilfsbereiten Laborassistentinnen hatten immer Backup-Präparate und halfen uns auch sonst, wann immer wir Hilfe benötigten. Geleitet wurden die Workshops von einer studierten Biologin, die uns neben allerlei Hilfe und Organisation die Vorgänge auf molekularer Ebene erklärte, sodass wir nicht nur wie wild mit Mikroliterpipetten irgendwelche Flüssigkeiten zusammengemischt, zentrifugiert und auf Farbumschläge gehofft haben, sondern auch „die Biologie“ dahinter verstehen konnten. 

Nach der Laborarbeit gab es dann noch eine interessante, kurzweilige Stadtführung. Es war schön, so einen kurzen Überblick über die Stadt zu bekommen, die uns für weitere drei Tage beherbergen würde! Parallel zur Molekularbiologie fand ein weiteres MINT-Camp mit dem Thema Satellitentechnik statt. Besonders toll fand ich es, dass diese Gruppe eine selbstgebaute Antenne mitnehmen sowie die zur Verwendung nötige Hardware von der Experimenta ausleihen durfte. Gemeinsam gingen sie dann mit allen Interessierten in der Nacht eigenständig auf die Dachterrasse, und es gelang uns, die Signale eines alten Wettersatelliten zu empfangen. Auch dadurch bildete sich eine faszinierende Gruppendynamik innerhalb dieser kurzen Zeit. 

Nachdem wir die Bakterien über Nacht gezüchtet hatten, ging es am Mittwoch an das „Einsetzen“ des fertig präparierten Plasmidrings. Dafür mussten die Bakterien zunächst „aufnahmefähig“ gemacht werden. Nachdem die Bakterien, zumindest gemäß Protokoll, die Ringe aufgenommen hatten, verteilten wir sie auf einem Agarose-Nährmedium. Nun sollten sie sich über Nacht wieder vermehren. 

Am nächsten Tag, Donnerstag, waren wir etwas enttäuscht, als die Bakterienkulturen nicht wie gewünscht weiß waren, sondern blau. Die raffinierte Möglichkeit, zu überprüfen, ob die Genveränderung erfolgreich war, basiert auf einem Gen, welches normalerweise die blaue Färbung verursacht. Ziel des Versuchs war es, das neue Gen aus dem Virus in die Mitte des ursprünglichen „Blau-Gens“ zu setzen, sodass dieses nicht mehr funktionsfähig ist und die neu entstandene Bakterienkultur weiß erscheint. Leider hat es bei uns offensichtlich nicht so gut funktioniert. Ein Großteil der Kulturen war doch blau. Unsere Betreuung erklärte uns dieses vermeintlich unbefriedigende Ergebnis damit, dass natürlich nicht alle Bakterien den Plasmidring erfolgreich aufgenommen hätten und sich zudem diejenigen ohne einen solchen schneller vermehren. Anhand älterer Kulturen konnten wir sehen, dass es nach einer gewissen Zeit schon möglich ist, auch weiße Kulturen zu erkennen. Nach diesem weiteren spannenden Labortag durften wir uns an der Experimenta noch die Space-Night anschauen. In einem kuppelförmigen 3D-Kino wurde eine Reise von der Erde weg, an Mond und Mars vorbei, durch das ganze Sonnensystem, ja durch das ganze Universum anhand wissenschaftlicher Aufnahmen und Daten simuliert. Das war sehr beeindruckend! 

Am letzten Tag wurde uns an der älteren, erfolgreich weißen Kultur gezeigt, wie auf genetischer Ebene die erfolgreiche Veränderung nachgewiesen werden kann. Dazu mussten wir zunächst die DNA wieder isolieren und dann mittels PCR vervielfältigen, bevor mit Hilfe einer Agarosegelelektrophorese getestet werden konnte, ob das gewünschte Gen enthalten ist oder nicht. Und siehe da, in der älteren, aber durch die gleiche Veränderungsmethode entstandenen Kultur war es vorhanden. 

Beglückt durch spannende Einblicke in die Molekularbiologie, viel praktische Arbeit und vielfältige, auch internationale Bekanntschaften mit netten Leuten, musste ich mich dann leider wieder auf den Heimweg machen. Aber die Erinnerungen, das Wissen und die Connections bleiben ja zum Glück! Folglich kann ich – und das überrascht Sie nach meinen Schilderungen hoffentlich nicht – die Teilnahme an einem solchen Camp in vielfältiger Hinsicht nur wärmstens empfehlen! 

Maximilian Krug: „Zero Zement – Nachhaltiges Bauen“ (Rosenheim, 08.10.2024 – 11.10.2024) 

„Seit Jahren interessiere ich mich für Architektur, mache Praktika oder zeichne Pläne. Dabei ist es fast egal, welches Projekt man betrachtet, eines haben sie alle gemeinsam: Sie bestehen zumindest teilweise aus Beton. In Ihrem Camp erforschen zu können, wie man dieses Baumaterial nachhaltiger machen kann, wäre deshalb auch im Hinblick auf meine W-Seminararbeit eine großartige Gelegenheit.“ 
 
Mit diesem Motivationsschreiben bewarb ich mich während der Sommerferien für das MINT-EC Camp „Zero Zement – Nachhaltiges Bauen“, das vom 8. bis 11. Oktober 2024 in Rosenheim stattfand. Glücklicherweise wurde ich angenommen und machte mich am Dienstag nach der Schule auf den Weg dorthin. Im B&B Hotel nahe des Bahnhofs, unserem Treffpunkt und Quartier, wurden wir von einem Verantwortlichen des Karolinen-Gymnasiums Rosenheim begrüßt. Nach dem Einchecken fuhren wir mit dem Zug nach Oberaudorf, wo uns die Schulleiterin, Frau Rechenauer, empfing. Gemeinsam nahmen wir den Sessellift zum Erlebnisberg Hocheck, wo besonders die Teilnehmer aus weiter entfernten Regionen vom Bergpanorama beeindruckt waren. Ein Highlight war die Fahrt mit der Sommerrodelbahn, bevor wir in der „Hirschalm“ zu Abend aßen. Zurück im Hotel gingen alle schnell ins Bett, da Schlaf in den kommenden Tagen knapp werden sollte. 

Am nächsten Morgen besuchten wir das Rohrdorfer Zementwerk. Nach einer ausführlichen Führung durch den Steinbruch und den Zementofen setzten wir unsere Erkundung mit Experimenten im Labor fort. Wir durften die CO2-Abscheidepilotanlage kennenlernen und im Forschungscontainer einen Elektrolyseur zusammenbauen. Diese spannenden Einblicke setzten sich im Labor mit weiteren Versuchen zu CO2 und Analytik fort. Müde, aber voller neuer Eindrücke, kehrten wir ins Hotel zurück. Nach einem Abendessen in der „L’Osteria“ arbeiteten wir bis spät in die Nacht an unseren Projekten und lernten uns dabei besser kennen. 

Am Donnerstagmorgen besuchten wir die TH Rosenheim, wo wir eine interessante Vorlesung zu den statischen, bauphysikalischen und ästhetischen Aspekten der Holz-Beton-Verbundbauweise hörten. Nach dem Mittagessen in der Mensa erkundeten wir die „roteg“-Labore, um mehr über Photovoltaik, Lüftungsanlagen und Wärmepumpen zu erfahren. Eine Führung über den „Campus Ro“, ein prämiertes Studentenwohnheim, zeigte uns die praktische Umsetzung der Vorlesungsinhalte. Zurück in Rosenheim nahmen wir an einer Stadtführung teil und gestalteten den Abend anschließend frei. Nach dem Abendessen erstellten wir Präsentationen über den Tag und genossen die gute Stimmung im Camp. 

Am Freitag, dem letzten Tag, besuchten wir das Karolinen-Gymnasium, wo wir unsere Präsentationen vor zwei 11. Klassen hielten. Obwohl wir traurig waren, dass das Camp zu Ende ging, nahmen wir viele neue Eindrücke und Freundschaften mit nach Hause. 

Die Entscheidung, mich für dieses Camp zu bewerben, würde ich jederzeit wieder treffen. Ich empfehle jedem, sich für ein Camp im eigenen Interessensgebiet zu bewerben. Ein großer Dank geht an das Karolinen-Gymnasium, MINT-EC, die TH Rosenheim und Rohrdorfer Zement für diese einzigartige Erfahrung! 

Greta Wruk: Girls-Camp „Experimentelle Physik“ (Göttingen, 17.09.2024 – 20.09.2024) 

Im Rahmen des MINT-EC-Girls-Camps zum Thema "Experimentelle Physik" hatte ich die Gelegenheit, gemeinsam mit neun weiteren Schülerinnen aus ganz Deutschland vier spannende Tage im XLAB in Göttingen zu verbringen. 

Am Dienstag reisten wir alle individuell an und starteten mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Anschließend erarbeiteten wir die theoretischen Grundlagen für die Versuche des folgenden Tages, wobei unser Hauptaugenmerk auf der Funktionsweise eines Helium-Neon-Lasers lag. 

Am Mittwoch führten wir Experimente mit diesem Laser durch. Dabei bestimmten wir unter anderem die Wellenlänge des Lasers, vermessen das Strahlenprofil und den Dispersionswinkel. In Zweiergruppen bauten wir mithilfe eines Lasers, zweier Spiegel, einer Linse, eines halbdurchlässigen Spiegels und eines Beobachtungsschirms ein Michelson-Interferometer. Am Nachmittag erhielten wir eine Führung durch das Physikalische Institut der Universität Göttingen, besichtigten die Labore der Materialphysik und durften uns an der Herstellung von einlagigen Graphen-Schichten versuchen. 

Am Donnerstagvormittag beschäftigten wir uns mit den Grundlagen der Halbleiterphysik, insbesondere der Funktionsweise einer Silizium-Solarzelle. In den anschließenden Experimenten bestimmten wir unter anderem die Dunkelkennlinie, den Maximal Power Point und die Abhängigkeit der Leistung einer Solarzelle von der Temperatur. Am späteren Nachmittag folgte eine Stadtführung in Göttingen, bei der wir den Gänseliesel-Brunnen, ein Wahrzeichen der Stadt, besichtigten. 

Der Freitag war bereits der letzte Tag unseres Camps. Nach einem Vortrag über das Physikstudium im Allgemeinen und die Universität Göttingen im Speziellen, führten uns zwei Studierende durch die Fakultät für Physik, einschließlich der fakultätseigenen Sternwarte. In der anschließenden Gesprächsrunde beantworteten die beiden Studentinnen bereitwillig Fragen zum Physikstudium und zu Stipendienprogrammen. 

Insgesamt war das MINT-EC-Camp für mich eine äußerst bereichernde Erfahrung, bei der ich auch inhaltlich viel Neues gelernt habe. Ich kann allen Interessierten eine Teilnahme nur wärmstens empfehlen. 

Greta Wruk (Q12) 

Zoe Weibezahl: „Öko-Science an der Lippe“ (Wesel, 25.08.2024 – 29.08.2024) 

Im August nahm ich am MINT-EC-Camp „Ökoscience an der Lippe“ teil, das sich mit der Biologie und Renaturierung des Flusses sowie der Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung beschäftigte. 

Nach der Anreise am Sonntag und einer kurzen Vorstellungsrunde begannen wir mit dem Programm. Wir übernachteten in Zelten, die von den Maltesern Wesel bereitgestellt wurden, und schliefen auf Feldbetten der Bundeswehr. 

Am Montag unternahmen wir eine Kanutour von Krudenburg nach Wesel. Dabei beobachteten wir die Uferbereiche hinsichtlich natürlicher und menschengemachter Strukturen sowie der Erfolge der Renaturierung. Nach dem Mittagessen besichtigten wir das alte Wasserwerk mit seiner historischen Dampfmaschine und den Wasserturm, der heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. 

Dienstagmorgen untersuchten wir die Lippe, indem wir an zwei Stellen Wasserproben nahmen und Kleintiere sowie Pflanzen sammelten. Unsere Funde analysierten wir gemeinsam, um die Wasserqualität der beiden Stellen zu vergleichen. Dabei erhielten wir Unterstützung vom Lippe-Verband, der die Renaturierung des Flusses betreut. 

Am Mittwoch besuchten wir die Kläranlage KLEM in Dinslaken. Nach einer Einführung bestiegen wir die Faultürme, in denen Klärschlamm getrocknet wird, und erhielten eine Führung durch das Technikum, wo verschiedene Reinigungsmethoden getestet werden. Anschließend analysierten wir das Wasser in unterschiedlichen Reinigungsstadien sowie den Klärschlamm. 

Am Donnerstag reisten wir ab. Insgesamt waren wir 15 Teilnehmer, die in drei Zelten untergebracht waren. In unserer Freizeit konnten wir den nahegelegenen See genießen, Karten spielen oder eine Nachtwanderung unternehmen. 

Das Camp war eine bereichernde Erfahrung, die ich jedem naturwissenschaftlich Interessierten empfehlen kann. 

Zoe Weibezahl (11a) 

Greta Wruk: Girlscamp „Künstliche Intelligenz“ (Delmenhorst, 13.11.2023-17.11.2023) 

Vom 13. bis zum 17. November durfte ich mit 15 weiteren Schülerinnen aus ganz Deutschland am MINT-EC-Girls-Camp zum Thema Künstliche Intelligenz teilnehmen. Nach einer langen Anreise wurden wir am Willms-Gymnasium in Delmenhorst begrüßt. Zum Einstieg stellten wir uns einander vor und erhielten eine kurze Stadtführung, um uns dort im weiteren Verlauf des Camps zurechtfinden zu können. Während der ersten drei Tage begleiteten uns zwei Mitarbeitende des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS). Um uns einen Einblick in das vielfältige Anwendungsfeld von künstlicher Intelligenz zu geben, besuchte uns eine ihrer Kolleginnen Frau Dr. Theresa Bick, die mit Hilfe von Deep Learning ein System zur automatisierten Schadensanalyse beispielsweise für Hagelschäden an Autos entwickelt hat. 

Als Einstieg in den Workshop ging es um die Geschichte der KI-Entwicklung, wie beispielsweise den KI-Winter in den 1980ger Jahren und dass die große Menge an verfügbaren Daten, die verbesserten Verfahren, die immer günstiger werdenden Technologien und die wachsende digitale Erfahrung den aktuellen KI-Boom bedingt. Um das Konzept hinter KI zu verstehen war es nötig sowohl die menschliche als auch die künstliche Intelligenz definieren und zwischen „Machine“ und „Deep Learning“ zu differenzieren. Bei aktuellen KI-Anwendungen handelt es sich um künstliche neuronale Netze, diese sind aufgebaut aus Input, Hidden und Output Units. Einfach ausgedrückt wird das Wissen der KI in der Gewichtung der Kanten, mit denen die Units verbunden sind, gespeichert und während dem Prozess des Lernens werden diese angepasst. 

Am zweiten Tag des Camps haben wir im Open Roberta Lab unter Miteinbeziehung eines künstlichen neuronalen Netzes programmiert. Am Nachmittag wurden wir zuerst über die grundlegenden Aspekte eines digitalen Geschäftsmodells informiert und erhielten den Auftrag ein eigenes Modell zu entwickeln. Zum Abschluss des Tages berichtet uns eine Data Scientist bei Cewe über ihren Arbeitsalltag und wie KI zur Bildbearbeitung zum Einsatz kommt. 

Zu Beginn des dritten Tages präsentierten wir unsere Geschäftsmodelle mit besonderem Fokus auf den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz. Im weiteren Verlauf haben wir uns mit verschiedenen Verfahren der Datenanalyse, wie beispielsweise Clustering, Regression und Klassifikation, beschäftig. Im Anschluss ging es um die Funktionsweise künstlicher neuronaler Netze und dessen Training. Jedes künstliche Neuron erhält verschiedene Inputs, die mit den jeweiligen Gewichtungen multipliziert werden. Diese werden mit einer Aktivierungsfunktion, beispielsweise einer Schritt-, einer Sigmoid- oder einer ReLU-Funktion, verrechnet. Überschreitet das Errechnete einen bestimmten Schwellenwert, „feuert“ das Neuron bzw. „feuert“ nicht. Während des Trainings passt das künstliche neuronale Netz die Gewichtung und den Schwellenwert an, hierbei verwendet man das sog. Gradientenabstiegverfahren, um das Minimum der Verlustfunktion zu ermitteln. Danach haben wir ein künstliches neuronales Netz, das Bilder von Kleidungsstücken verschiedenen Kategorien zuordnet, mit Python programmiert. 

Am Vormittag des vierten Tages hörten wir einen Vortrag zum Thema Ethik und KI von Dr. Julia Maria Mönig von der Universität Bonn. Hierbei ging es unter anderem um Rassismus bei KI und Halluzinationen von großen Sprachmodellen. Nachmittags erhielten wir eine Führung im KI-Transferzentrum in Bremen. Uns wurde der Roboter Pepper vorgestellt und wir durften zum einen den Fachbereich Optimierung und optimale Steuerung besichtigen und zum anderen zeigte uns die Arbeitsgruppe Nachrichtentechnik die Verwendungsmöglichkeiten von KI in ihrem Fachbereich. 

Unseren letzten Tag haben wir in Bremen am Deutschen Forschungszentrum für KI verbracht und eine Führung im Robotic Innovation Center erhalten. Im dazugehörigen Space-Bereich werden Laufroboter wie beispielsweise der sechsbeinige MANTIS entwickelt, der mit Hilfe von Reinforcement Learning (Learning by Doing) die Fähigkeit zu Laufen erworben hat, wenn er auch mit seinen 3,6 km/ h nicht besonders schnell unterwegs ist. Außerdem beinhaltet das Forschungszentrum einen maritimen Bereich, dort werden Roboter beispielsweise zur Inspektion von Öl- und Gaspipelines oder zur Bergung von Unterwasserminen gebaut. Der dort entwickelte Unterwasserroboter DeepLeng ist außerdem Teil des Europa-Explorer- Projekts, welches sich mit der Machbarkeit einer zukünftigen Mission zum dem mit Eis bedeckten Jupitermond Europa befasst. Hierbei steht die Navigation einer robotischen Sonde, die in dem unter dem Eismantel vermuteten Ozean abgesetzt werden soll, im Mittelpunkt. Für mich war diese Woche eine tolle Erfahrung und ich kann eine Camp-Teilnahme jedem empfehlen.  

Bericht und Bilder: Greta Wruk (11b)

Leonhard Mühlberger: "Math-Talent-School" (Kaiserslautern, 23.10.2023 - 27.10.2023)

In der Woche vor den Herbstferien konnte sich Leonhard Mühlberger in Rahmen der „Math-Talent-School“ mit 36 Mathematikbegeisterten über interessante Teilbereiche der Mathematik unterhalten und selbst an praxisnahen Fragestellungen arbeiten. Er berichtet über seine Erfahrungen:

Mit dem Zug in Kaiserslautern angekommen, wurden wir vom Shuttle-Service in unsere Jugendherberge, die etwas außerhalb lag, gebracht. Dort haben wir zuerst Informationen über den Ablauf des Projekts erhalten und die einzelnen Workshops, die wir während des Camps besuchen konnten, wurden von den jeweiligen Betreuenden präsentiert. Zur Wahl standen Projekte mit Primzahlen, Start-Ups, Quantencomputern, Vliesstoffen, der Modellierung von Krankheiten und der Berechnung des Körperfettanteils. Für Letzteres habe ich mich entschieden. Nach dem Abendessen konnten wir uns während eines Theater-Teambuilding-Workshops kennenlernen und erste Kontakte knüpfen.

Am zweiten Tag wurden wir zum Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (Frauenhofer ITWM) gebracht. Nach einer kurzen Vorstellung der Örtlichkeit gingen wir in unsere Arbeitsgruppen und betrachteten uns dort erst einmal die genaue Fragestellung, die wir beantworten wollen. Außerdem verschafften wir uns einen kleinen Einblick über das statistische Know-How, das wir in den nächsten Tagen brauchen werden. In meiner Gruppe lautete die Frage „Reicht ein Maßband, um meinen Körperfettanteil zu bestimmen?“. Das Projekt kann man vereinfacht so beschreiben, dass wir einen Datensatz bekommen haben, in dem von vielen Probanden jeweils der medizinisch bestimmte Körperfettanteil und noch weitere Daten, wie beispielsweise Alter, Größe und Umfänge von sämtlichen Körperteilen, enthalten waren.

Unsere Aufgabe war dann, Strukturen in den Daten zu erkennen und schlussendlich zu bestimmen, von welchen Parametern der Körperfettanteil signifikant abhängt und eine Formel für diesen zu finden. Da das ohne technische Hilfe fast unmöglich wäre, haben wir uns nach dem Mittagessen mit der Programmiersprache „R“ vertraut gemacht, diese ist auf die statistische Auswertung großer Datenmengen optimiert und dort sind deshalb, im Gegensatz zu Microsoft Excel, komplexere Operationen schon implementiert. Danach ging es wieder zurück in die Jugendherberge, dort haben nach dem Abendessen eine Nachtwanderung mit unseren Freizeitbetreuern veranstaltet.

Der Mittwoch verlief ähnlich, am Frauenhofer ITWM haben wir uns in den Projektgruppen zusammengefunden und uns weiter mit dem Statistikprogramm auseinandergesetzt. Ein Highlight des Tages war die Stadttour durch die Innenstadt und das anschließende Abendessen im Gasthaus „Lauterer Brauhaus“. In der Herberge haben wir den Abend mit Gesellschaftsspielen ausklingen lassen.

Am vierten Tag haben wir in unserem Workshop endlich an der eigentlichen Fragestellung gearbeitet und den Datensatz ausgewertet. Außerdem haben wir die erarbeiteten Ergebnisse und die nötigen Hintergrundinformationen direkt in einer Präsentation, um uns bereits auf den Vortrag am nächsten Tag vorzubereiten. Wieder in der Herberge angekommen, konnten wir unsere Präsentationsfähigkeiten zudem bei einer Runde „PowerPoint-Karaoke“ verbessern.

Am Freitag ging es ein letztes Mal in die Gruppen, dort sind noch finale Anpassungen am Vortrag erfolgt. Nach dem Mittagessen am Fraunhofer ITWM hatte jedes Team 15 Minuten Zeit, um ihr Projekt, die erzielten Ergebnisse und vor allem die Schwierigkeiten bzw. Hürden bei der Bearbeitung vorzustellen. Dabei haben alle einen kleinen Einblick in die Aufgaben bekommen, die die anderen Teilnehmenden der „Math-Talent-School“ eine Woche lang intensiv beschäftigt haben. Zudem hatte man die Gelegenheit die eigenen Fortschritte aufzuzeigen und die Zuhörenden zu faszinieren.

Die Arbeit an den Projekten wurde durch zahlreiche Vorträge flankiert, Beispiele sind eine Campusführung an der Uni in Kaiserslautern, die besonders auf den MINT-Bereich spezialisiert ist, oder ein Vortrag über Praktika und Hiwi-Jobs am Fraunhofer ITWM.

Abschließend kann ich sagen, dass mich die Teilnahme an der „Math-Talent-School“ nicht nur inhaltlich, sondern auch persönlich und um neue Erfahrungen sowie Perspektiven bereichert hat. Während des gesamten Camps stand immer die Gemeinschaft mit den anderen Teilnehmenden und das Zusammenarbeiten im Team im Vordergrund, sodass das Klischee des verkappten Mathe-Nerds eindeutig widerlegt wurde. Nicht nur die thematische Gestaltung war gut geplant, sondern auch die verschiedenen Freizeitangebote waren hervorragend.

Ich kann jedem Interessierten nur raten, sich auch für ein MINT-EC-Camp zu bewerben, da man durch die einzigartigen Erfahrungen einen einmaligen Einblick in ein interessantes Sachgebiet erlagen kann.
Bericht und Bilder: Leonhard Mühlberger (11b)

Raphael Klimmer: „Zukunft Werkstoffe – Werkstoffwunder Automobil“ (Freiberg, 28.03.2023 – 31.03.2023)

In diesem Bericht möchte ich kurz zusammenfassen, um was es bei dem von mir besuchtem MINT-Camp „Zukunft Werkstoffe – Werkstoffwunder Automobil“ eigentlich gegangen ist. Nachdem wir am Dienstag, dem 28.03.2023 alle angereist waren, bekamen wir erstmal einen kleinen Einstiegsvortrag und eine sehr interessante Führung durch das „Terra Mineralia“, eine Art Museum bzw. Ausstellung in Freiberg mit den verschiedensten Gesteinen. Danach ging es auch schon in die Unterkunft, in welcher wir eine kleine Vorstellungsrunde durchgeführt haben. Wir waren insgesamt 17 Teilnehmer, von welchen über die Hälfte aus Bayern waren. Zwei Betreuer waren auch dabei. Am nächsten Tag ging es erstmal in die TU Bergakademie Freiberg, in welcher wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Es gab eine Gruppe, welche sich mit Kupfer beschäftigte und eine Gruppe, die sich mit Stahl auseinandersetzte. In diesen Gruppen war man dann für die nächsten zwei Tage. Da ich in der Kupfer Gruppe war, bekamen wir zunächst eine Präsentation über die Gewinnung von Kupfer von einer Professorin der Uni. Danach durften wir im Labor selbst die Kupfer-Elektrolyse durchführen, welche dann 24 Stunden stehen bleiben musste, damit das Kupfer genug Zeit hatte, sich abzusetzen. Anschließend ging es in die Mensa zum Essen. Danach ging es ans Bronze-Gießen. Dafür mussten wir zunächst Formen für die flüssige Legierung aus Kupfer und Zinn mithilfe von Lehm-Sand bauen. Anschließend wurde die ca. 850°C heiße Bronze-Schmelze in die Formen eingegossen. Selbst gießen wäre zu gefährlich gewesen, deswegen machte dies ein Angestellter der Uni. Die gegossenen Formen waren Lager, welche man für den Automobilbau benötigt. Am Abend haben wir dann gegrillt und durften uns die selbstgebauten Autos der Uni des „Race-Tech Teams“ anschauen, mit welchen auch tatsächlich Rennen gefahren werden. Außerdem ging es in einen Escape Room. Danach hatten wir Freizeit. Am nächsten Morgen ging es zu den Firmen „Saxonia Galvanik“ und „Saxonia Edelmetalle“. Dort bekamen wir Führungen durch die Produktionshallen, was uns einen sehr interessanten Einblick in die Werkstoffindustrie gegeben hat. Die „Saxonia Galvanik“ veredelt Kunststoffe mit einem dünnen Metallüberzug, wodurch sie länger haltbar gemacht werden. Dies findet zum Beispiel in der Automobilindustrie Anwendung, beispielsweise bei Türgriffen, Armaturenbrettern, etc. Die „Saxonia Edelmetalle“ recycelt Produkte, in welchen Edelmetalle verbaut waren, sie holen also die wertvollen Rohstoffe vor allem durch Elektrolyse aus nicht mehr verwendbaren Produkten, wie beispielsweise Handys oder Schmuck heraus. Am Nachmittag ging es dann wieder ins Labor, um die Ergebnisse der Kupfer Elektrolyse vom Vortag auszuwerten. Danach hatten wir drei interessante Vorträge über das Themenfeld der Mikroskopie. Den gesamten Abend hatten wir dann frei. Am nächsten und letztem Tag stellten wir noch den Sponsoren, also in erster Linie der TU Freiberg eine kleine Präsentation vor über die von uns behandelten Themenbereiche während der Tage. Nach dem Mittagessen ging es dann auch leider schon wieder an die Verabschiedung und anschließend wieder nach Hause. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Camp meine Anforderungen auf jeden Fall übertroffen hat, denn es war sehr interessant und zugleich hat es durch die lebendige Gestaltung und die anderen teilnehmenden Jugendlichen sehr viel Spaß gemacht.

Paulina Huy: Girlscamp „Experimentelle Physik“ (Göttingen, 15.11.2022 - 18.11.2022)

In Göttingen durften wir vier Tage lang die Universität und das dazugehörige X-Lab besuchen und viele spannenden Experimente durchführen. Nach einer kurzen Kennenlernphase ging es auch schon los. Zuerst durften wir Experimente mit Lasern durchführen und haben auch dessen Funktionsweise erklärt bekommen. Danach ging es weiter mit dem Aufbau von Solarzellen und ebenfalls Experimenten dazu. So konnten wir beispielsweise herausfinden, wo sich das Maximum der Leistung bei einer Solarzelle befindet. Des Weiteren haben wir auch spannende Einblicke in die Universität und verschiedene Forschungsbereiche bekommen. Beispielsweise durften wir mit einem der Mikroskope Insekten  untersuchen als auch das Teleskop besichtigen. Zudem konnten wir in einem Labor Graphen herstellen. Ein anschließendes Gespräch mit Doktorant*innen und Studierenden war ebenfalls organisiert. Alles in allem war es eine sehr spannende und einzigartige Erfahrung, bei welcher man viele großartige Menschen kennengelernt und eine Menge Neues gelernt hat.

Jona Reichold: „IQ auf Knopfdruck – Wie künstliche Intelligenz unsere Zukunft bestimmt“ (Dresden, 04.10.2022 - 07.10.2022)

Vom 04.10.2022 bis zum 07.10.2022 durfte ich in Dresden an einem MINT-EC-Camp zum Thema künstliche Intelligenz teilnehmen. Da ich mich schon vorher sehr für das Thema interessiert hatte, freute ich mich sehr über die Chance, tiefer in Themenbereiche rund um KI, wie Reinforcement Learning, künstliche neuronale Netze uvm. eintauchen zu dürfen.

Nach einer langen Anreise mit dem Zug von Prien begann das Camp um 14 Uhr mit einer Begrüßung mit Vorstellung der Verantwortlichen für das Camp und des Ablaufs. Dabei konnten wir auch gleich zwischen den vier Workshops „Reinforcement Learning“, „Neuronale Netze“, „KI und Ergonomie“ und „Analyse von Luftbildern“ für die folgenden Tage auswählen. Obwohl mich alle vier ansprachen entschied ich mich für den letzten Workshop. Da die TU-Dresden der Veranstalter des Camps war, spielte sich der Großteil des Programms in ihren Räumlichkeiten und mit ihren Vertretern ab. Nach der Begrüßung folgte gleich ein fachlicher Vortrag, der uns einen Überblick über das große und komplexe Thema der künstlichen Intelligenz verschaffte, dieser war sehr interessant und eignete sich gut als Einstieg. Nach einer kleinen Kaffeepause, bei der ich schon ein paar der anderen Teilnehmenden kennenlernen konnte, wurden wir von zwei Studierenden über den Campus geführt, auf dem wir uns in den folgenden Tagen zurechtfinden mussten. Damit war das Programm des ersten Tages auch schon abgeschlossen und der Abend wurde nur noch durch ein Abendessen mit Pizza im Hostel „Cityherberge Dresden“, verbunden mit einer Kennenlern-Runde abgerundet. Ich war überrascht, dass die Teilnehmenden wirklich aus ganz Deutschland stammten. Von Ostfriesland über Berlin bis hin zu Bayern und natürlich auch Dresden, waren viele Regionen vertreten.

An den nächsten beiden Tagen arbeiteten wir viel in unseren jeweiligen Workshops. In meinem Fall lernten wir dort, wie man mit Hilfe von KI-Bilder in der Landwirtschaft auswerten kann, konkret wollten wir einer KI beibringen, Äpfel auf einem Bild zu erkennen. Dafür benutzten wir ein künstliches neuronales Netz, dessen Aufbau und Funktionsweise uns zuerst erläutert wurde. Die Stärke solcher KNN liegt darin, „selbstständig“ Muster aus Datensätzen herauszufiltern und diese zu labeln, in unserem Fall, sollten das Netz also lernen, einen Apfel zu erkennen, um dann alle auf einem Bild zu markieren. Dafür mussten wir das KNN erst trainieren und ihm viele Beispiele von Äpfeln „zeigen“, damit es lernen kann, wie ein Apfel aussieht. Um solche Trainingsdaten zu bekommen, mussten wir zuerst manuell auf vielen Bildern viele Äpfel markieren, was ein bisschen mühsam war. Nachdem wir die Trainingsdaten übergeben hatten, ließen wir das KNN jeweils über Nacht trainieren, da das sehr viel Rechenleistung und damit Zeit in Anspruch nimmt. Leider vielen am Ende die Ergebnisse eher bescheiden aus und unsere KI konnte lange nicht alle Äpfel erkennen. Das könnte auf einen Mangel an Trainingsdaten oder Trainingsdurchläufen aber auch die Wahl eines falschen Netzes zurückzuführen sein.

Besonderheiten im Programm waren am zweiten Tag ein Vortrag über ein MINT-Studium an der TU-Dresden, bei dem man viel über verschiede, interessante Studiengänge lernen konnte und die Möglichkeit hatte, Fragen zu stellen. Fragen konnten wir generell sehr oft stellen, da wir meist von Studierenden begleitet wurden. So auch am Abend, wo wir eine Tour durch die Neustadt Dresdens machten, verbunden mit einem Abendessen bei einem Dönerladen. Diese Tour war auch eine gute Gelegenheit, um mit den anderen Teilnehmenden näher in Kontakt zu kommen, was ich sehr schön fand. Wir hatten den Abend nach dem Essen nämlich zur freien Verfügung und erkundeten noch auf eigene Faust ein bisschen die Stadt.

Am dritten Tag besuchten wir eine Ausstellung zum Thema KI im Hygienemuseum, dieser war sehr aufschlussreich und stellte eine gute Erweiterung zum Programm der Workshops dar, weil wir auch viel selbst erkunden und ausprobieren konnten. Am Abend trafen wir uns im Hostel zu einer Feedback-Runde und der Vorbereitung unserer Präsentationen, mit denen wir am letzten Tag den anderen die Ergebnisse unserer Workshops vorstellen würden.

Diese Präsentation folgte dann am letzten Tag nach Frühstück und Check-Out im Hostel. Es war sehr interessant, einen Vergleich zu haben, was die anderen Teams gelernt haben und ich hätte sehr gerne die anderen Workshops auch noch besucht. Zu Mittag gab es dann noch eine finale Verabschiedungsrunde mit vielen Studierenden und Dozenten der Universität und leckere Snacks und Getränke. Das war ein gelungener Abschluss des Camps, bei dem man sich auch gebührend von den anderen Teilnehmenden verabschieden konnte.

Insgesamt hat mir die Teilnahme am MINT-EC-Camp großen Spaß gemacht und mich inhaltlich bereichert. Das Programm war abwechslungsreich gestaltet, auch wenn der Workshop teilweise ein kleines bisschen zu eintönig war. Auch den Umgang mit den anderen Teilnehmenden habe ich sehr genossen und ich habe mich mit allen gut verstanden. Das Essen war auch meistens gut, abends oft recht einfach, mittags in der Mensa immer lecker und das Frühstück im Hostel hat meine Anforderungen auch erfüllt. Das Thema hat mich nicht enttäuscht und das Camp hat unteranderem dazu geführt, dass ich jetzt mein W-Seminar über künstliche neuronale Netze schreibe. Man kann also alles in allem sagen, dass es ein voller Erfolg war.

Jona Reichold (Q 11)