Zum Ende des Schuljahres bietet die Fachschaft Latein mehrere tolle Angebote an.
Am 26. Juni verwandelte sich unsere Schule in eine lebendige Antike: Das P-Seminar Latein von Herrn Huber lud die vierten Klassen der Grundschulen Prien und Wildenwart zu einem ereignisreichen Aktionstag – dem „Dies Latinus“ – ein.
Mit viel Herzblut, Kreativität und Fachwissen hatten die Elftklässler im Rahmen ihres Projekt-Seminars ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt, um den „Nachwuchs-Lateinern“ spielerisch zu zeigen, wie spannend und lebendig die römische Kultur und Sprache auch heute noch sind. In kleinen Gruppen wurden die Viertklässler durch insgesamt sieben abwechslungsreiche Workshops geführt.
Die Viertklässler waren mit vollem Eifer bei der Sache, stellten clevere Fragen und nahmen sichtlich begeistert am Geschehen teil.
Der „Dies Latinus“ war ein voller Erfolg! Die Grundschüler hatten nicht nur jede Menge Spaß, sondern haben auch viel Neues über das Fundament Europas gelernt.
Für die Elftklässler des P-Seminars war der Tag ebenfalls eine tolle Erfahrung und Belohnung für die monatelange Planung.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Grundschulen Prien und Wildenwart für den Besuch und die großartige, unkomplizierte Zusammenarbeit! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: Salvete, discipuli!
Bericht und Bilder: Leonhard Huber
Am letzten Freitag, den 10. Juli, hatten die Lateiner der neunten Jahrgangsstufe in der Schule einen besonderen Besuch. Die drei Männer Hans, Harald und Klaus Peter, alias Claudius Superius, kamen zu uns, um uns im Rahmen der Caesar-Lektüre das römische Militärwesen näherzubringen. Sie waren als Kelte, römischer Legionär und Auxiliar – darunter versteht man einen keltischen „Aushilfssoldaten“ im Dienste der Römer - verkleidet und trugen die passende Ausrüstung.
Die Männer zeigten uns verschiedene römische Waffen wie gladius (Kurzschwert) und pila (Wurfspeer) und gingen dabei auf die Unterschiede zur keltischen Ausrüstung ein, wie z. B. das Langschwert und dessen Handhabung. So erfuhren wir viel über Rüstungen, Schilde, Helme und Schwerter, die Hans voller Tatendrang auch in der Kampfbewegung vorstellte. Außerdem erzählten sie uns, wie die Kämpfer ausgebildet wurden und welche Aufgaben sie hatten. Auch das Leben der Soldaten wurde näher beleuchtet.
Besonders interessant war, dass wir einige Gegenstände aus der Nähe betrachten konnten. Die Erklärungen waren anschaulich und leicht zu verstehen. So konnten wir uns gut vorstellen, wie sich das Leben im Römischen Reich abgespielt hat. Zwei Freiwillige durften sogar für kurze Zeit in das entsprechenden Outfit eines römischen Pärchens schlüpfen.
Abschließend wurde noch eine Einladung für den 26. 7. ausgesprochen. Denn Harald leitet an diesem Tag von 10 bis 16 Uhr im Freilichtmuseum und Keltengehöft Stöffling das große Keltenfest. Besucher können in die Welt der Kelten eintauchen und spannendes Handwerk, alte Traditionen und das Leben vor über 2.000 Jahren entdecken. Der Eintritt und die Parkplätze sind kostenlos. Ein tolles Ausflugsziel für alle, die Geschichte noch einmal live erleben möchten! Bei schlechtem Wetter wird das Fest auf den 1. August 2026 verschoben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die drei Männer uns die römische Epoche und vor allem das damalige Kriegsgeschehen mit großer Begeisterung, die nahezu jeden ansteckte, näher brachten.
Bericht: Milena Ruhsamer und Emma Staller, 9d
Bilder: Anette Haberl
Wie kommt ein Bayer aus Burghausen zum Namen Björn? Das und viele andere Anekdoten aus seiner Schulzeit erzählte uns Björn Puscha, der am 14. 7. unsere Schule besuchte. Der sympathische Kabarettist hat über Umwege seine Liebe zu Latein entdeckt und begeistert als „Latin Lover“ mit seinem Bühnenprogramm Jung und Alt. Als Improvisationskünstler wurde er mehr oder weniger zufällig im „Vereinsheim Schwabing“ entdeckt und war dann lange Zeit fester Bestandteil der gleichnamigen Sendung des bayerischen Rundfunks. Mittlerweile ist er hauptberuflich Künstler und auf vielen Bühnen Bayerns, v. a. aber auch – mit einem eigens für Schüler entwickelten Programm - in Schulen zu finden. Dieses stellte er in zwei Runden unseren 7./8. Klassen und 9./10. Klassen vor. Während er den Größeren viele interessante und auch amüsante Anekdoten aus Ciceros und Caesars Vita erzählte und u. a. die verkrusteten Traditionen der römischen Antike karikierte, nahm er unsereJüngeren in einem Rollenspiel auf eine Zeitreise ins alte Rom mit. Gewitzt berichtet er, wie er nach einem lateinischen Fluch im Olymp am Schafkopftisch mit Jupi (Jupiter), Caesar und Jesus landet und dort vom höchsten Gott die Chance bekommt den Lauf der Geschichte anders zu schreiben. Kann er Caesar retten? Das nicht, aber er erlebt hautnah die Atmosphäre des alten Rom und wohnt unter anderem einem spannenden Wagenrennen bei, bei dem Blau Rot schlägt. Björn erklärt uns auch auf lustige Weise das römische Namenssystem. Wer wusste, dass der berühmte Brutus eigentlich mit Beinamen „Depp“ heißt oder Caesar wohl aus dem Phönizischen kommt und mit „Elefant“ zu übersetzen ist? So zumindest eine der Erklärungen. Demnach lebte eigentlich der Elefant im Kaisertitel weiter, so z. B. „Elefant“ Franz oder „Elefantin“ Sissi. Die Römer verstanden also Spaß, wie man z. B. an ihren Beinamen ablesen kann und vererbten diese auch munter weiter. Björn schloss sein abwechslungsreiches Programm mit einer Fragerunde, die von den Schülerinnen und Schüler mit Interesse wahrgenommen wurde. Wir freuen uns schon auf seinen nächsten Besuch.
Bericht und Bilder: Anette Haberl
Im Rahmen des Lateinunterrichts durften wir erneut Herrn Parigger begrüßen, der sich neben seiner ehemaligen Tätigkeit als Schulleiter des Gymnasiums Grafing als Jugendbuchautor einen Namen gemacht hat. Heuer gab der sympathische Autor den Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe eine Leseprobe aus seinem Buch „Caesar und die Fäden der Macht“. Hier wird Caesars Schicksalsjahr aus der Sicht des Griechen Eusebios dargestellt. Diesererfährt als Sklave zufällig von den Mordplänen und versucht von da an den Anschlag zu verhindern. Damit beginnt ein spannender Wettlauf um die Zeit, der im Mittelpunkt der Erzählung steht. Parallel erfährt man aber auch viel über die römische Gesellschaft. Immer wieder lässt nämlich Herr Parigger sein fundiertes Wissen einfließen.
Das Ende der Geschichte sparte der Autor bewusst aus. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich das Buch gerne in unserer Schulbibliothek ausleihen. Schon seit langem gehören Herrn Pariggers erfolgreiche und beliebte Bücher zum festen Bücherbestand.
Im Anschluss gab es für alle noch etwas zum Rätseln. Herr Parigger las eine Kurzgeschichte vor, bei der die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer gefordert war, um die treffende Antwort auf eine knifflige Fragestellung zu finden. Unter den abgegebenen richtigen Lösungen wurden dann per Los zwei glückliche Siegerinnen ermittelt, die sich über ein vom Autor signiertes Buch freuen durften. Das Interesse der übrigen Zuhörerschaft an Herrn Pariggers Büchern dürfte durch den stimmungsvollen Vortrag sicherlich geweckt sein.
Bericht und Bidler: Anette Haberl