Am 9.7.26 war es soweit: 24 Schüler der Astronomiekurse AstroKids und AstroPlus sowie des W-Seminars Physik "Astronomie" besuchten zusammen mit 4 Lehrern unter der Leitung von Herrn Seidel das Observatorium auf dem Wendelstein.
Als einzige Enttäuschung an diesem Tag ist zum Glück nur die Bahn zu nennen, die uns eine ganze Stunde Verspätung kostete. Angekommen in Rosenheim verpassten wir aufgrund einer deutlichen Verspätung den Anschlusszug, dem wir nur noch hinterher winken konnten. Endlich mit der Regionalbahn in Brannenburg angekommen, wanderten wir in einer guten halben Stunde quer durch Brannenburg zur Talstation der Wendelstein-Zahnradbahn, die bis 1961 noch bis zum Bahnhof durchfuhr. Unterwegs informierte uns Herr Vogl von der interessanten Geschichte und der Technik der Zahnradbahn. Interessant war auch der Blick in den Führerstand der Zahnradbahn, der uns Physiklehrern viel Anregungen für den Unterricht gab.
Zum Glück hatte Herr Dr. Riffeser, der leitende Astronom der Universitätssternwarte, für unsere Führung durch das Observatorium ausreichend Zeit eingeplant und konnte damit unsere Verspätung gut kompensieren. So durften wir sogar mit dem Fahrstuhl im Berginneren die letzten 110 Höhenmeter zum Observatorium fahren, um etwas Zeit gut zu machen! Oben angekommen ging es dann auch gleich los: Zwischen der Geschichte des Observatoriums und den Besitzverhältnissen auf dem Wendelstein erfuhren wir, dass die gesamte Anlage zurückgebaut werden müsste, wenn keine wissenschaftliche Forschung mehr statt fände... ein guter Grund, weiter zu forschen!
Das große Teleskop ist erst gute 10 Jahre alt und Herr Riffeser erklärte ausführlich, wie spezielle Schwerlasthubschrauber die tonnenschweren Teile auf den Gipfel hievten. Im Teleskop durften sogar Schüler die Kuppel selbst bedienen! Es wurde auch eine Stickstoffbetankung des großen Kamerasensors vorgeführt. Wir staunten über den gut 2m großen Teleskopspiegel und noch mehr über die zwei Jahre alte dicke Staubschicht, die in Kürze beseitigt werden sollte. Die Methode gleicht dem Putzen einer Brille...
Im historischen Sonnenteleskop versuchten wir, Protuberanzen von der Sonne zu erhaschen, was sich angesichts der vielen Wolkenfetzen als durchaus schwierig erwies. Es gelang uns dann aber doch für kurze Zeit, einen riesigen Sonnensturm live zu sehen. Herr Riffeser zeigt uns Kegelblenden, die ins Teleskop eingesetzt wurden, um die Sonne abzublenden, damit nur die Umgebung sichtbar wurde. Anschließend begaben wir uns in den Bedienungsraum des Observatoriums und erfuhren noch interessante Informationen in einem Kurzfilm.
Und schwupps waren die zwei Stunden auf dem Wendelstein um! Schon wurde es wieder Zeit, sich auf den Rückweg zu machen, um die letzte Zahnradbahn um 17 Uhr zu erwischen. Diesmal gingen wir aber zu Fuß zum Bergbahnhof der Zahnradbahn. Der Rückweg verlief - bis auf einen Sprint am Bahnhof Rosenheim aufgrund der Verspätung unseres Zuges - zum Glück reibungslos, so dass alle wohlbehalten kurz vor 19 Uhr am Priener Bahnhof ankamen.
Für die Schülerinnen und Schüler gab es jetzt zuhause viel zu erzählen! Für die Lehrer stellte dieser Nachmittag eine kurze Fortbildung in Mechanik (Zahnradbahn) und Astrophysik (Teleskop) dar.
Herzlichen Dank an die Firma inducio GmbH für die Übernahme der Fahrtkosten.
K.Seidel