Von der künstlichen Intelligenz über Klimawandel bis Eco Art

Am Tag der Seminare „verkaufen“ die angehenden Abiturienten ihre Arbeiten der P- (praxisorientierten) und W- (wissenschaftlichen) Seminare aus den unterschiedlichsten Fächern. Der Tag der Seminare fand heuer erstmals als Neuauflage nach der Wiedereinführung des G9 statt. Die Veranstaltung war kleiner als in den Vorjahren, was wohl schülerbedingt war, da insgesamt weniger Schülerinnen udn Schüler die Oberstufe besuchen.

Dennoch kamen die Besucher voll auf ihre Kosten. Auch kulinarisch wurde einiges geboten, beispielsweise leckere Ingwershots im Rahmen des P-Seminars „Apotheke auf der Blumenwiese: Naturstoffchemie.“ Das P-Seminar Latein hatte die Viertklässler der benachbarten Franziska- Hager-Grundschule zum „Dies Latinus“ eingeladen. Bei der Zeitreise in die Antike lernten die Grundschüler unter anderem, wie ein Aquädukt funktioniert – eine Kugelbahn diente hier als Vorführmodell – und wie ein Tempel aufgebaut ist. Der Tempel zum Auf- und Abbauen begeisterte auch die erwachsenen Spektanten beim Tag der Seminare. Ob sich die Grundschüler nachhaltig für das Fach Latein begeistern, wird sich aber wohl erst bei der Anmeldung für das altphilologische Fach feststellen lassen.

Lust auf Outdoor-Aktivitäten machte der Kurzfilm der Teilnehmer des P-Seminars „Raus aus der Schule“, bei dem die P-Seminaristen Fünftklässler beim Sommersporttag zum SUP-Fahren, Segeln, zur Schnitzeljagd, zum Wandern und zum Übernachten auf der Priener Hütte animierten.

In zwei anderen Räumen war Diskussionsfreude gefragt: Hier das P-Seminar „künstliche Intelligenz am LTG“, bei dem sechs Teilnehmer angeregt über KI und autonomes Fahren diskutierten, und dort das W-Seminar „IT-Sicherheit.“ Auf einem Plakat stellte beispielsweise Lukas Eirich (Q13) „Ransomware“ vor. Er möchte zwar später Richtung BWL gehen, aber das Thema IT-Sicherheit fand er spannend. David Schwendemann hingegen brennt für Informatik und will das später sogar studieren. Entsprechend angeregt diskutierte er mit Schulleiter Rainer Hoff über seine W-Seminar-Arbeit zum Thema DDoS (Distributed Denial of Service). Maria Inninger hingegen setzte sich in ihrer W-Seminar-Arbeit mit dem Thema „sozialstaatliche Maßnahmen als Hebel für soziale Gerechtigkeit in der bayerischen Primärstufe?“ auseinander und will auch auf Lehramt studieren. Andere Kursteilnehmer behandelten Frauenrechte, Wohnungsnot oder Altersarmut.

Nicht minder spannend waren die Stände „Medizinethik: Sollen wir alles dürfen, was wir können?“, die sich mit Schönheitsoperationen, Pränataldiagnostik und KI in der Medizin befassten, und „Diagnoseverfahren zur Trainingssteuerung, Therapie und Rekonvaleszenz“, bei dem beispielsweise anschaulich akute Knieverletzungen auf einem Plakat diagnostiziert wurden.

Der Raum „Mensch und Erde im (Klima-) Wandel“ regte zum Diskutieren an, sei es bezüglich „Klimaflucht“ oder „Chiemsee-Tourismus im Spannungsfeld der Nachhaltigkeit.“ Lust auf Kino hingegen machten die Ausstellungswände zu „Deutsche Geschichte in Film und Serie.“ Auch wenn es im Seminar weniger um die Unterhaltung als um den Faktencheck ging: Was ist wahr, was ist Fiktion? Gelungen war der Film des P-Seminars Biologie über eine mehrtägige ökologische Exkursion in die heimischen Alpen: „Eine einzigartige Erfahrung: Fünf Tage – kein Internet – reine Wildnis.“ Im Kunstraum präsentierten die Abiturienten „Green Vision – Eco Art: nachhaltige Ästhetik in Design, Architektur und Malerei“ mittels Modellen vertikaler Gärten oder Hochhäuser mit begrüntem Dach oder einem Kunstobjekt aus Hausmüll, das anschaulich die Verschmutzung der Meere und das Artensterben darstellte. „Ein gelungener und gewinnbringender Abend“, lobten abschließend Schulleiter Rainer Hoff und Oberstufenbetreuer Martin Böswald.

Bericht: Elisabeth Kirchner (OVB)