Größenwahn!

Am Donnerstag, den 28.07.22, starteten am Morgen die gesamte Q11 gemeinsam auf zwei Busse aufgeteilt nach Nürnberg, um dort das Dokumentationszentrum und das ehemalige Reichsparteitagsgelände zu besuchen. Nachdem besonders das zweite Geschichts-Halbjahr der elften Klasse den Nationalsozialismus sehr genau behandelt hatte, wussten wir über die historischen Hintergründe und Ereignisse dieser Zeit bestens Bescheid. Auf diesem enorm großen Gelände fanden seit 1927 die Reichsparteitage statt, die als Propagandaevents der Selbst-Inszenierung des Nazi-Regimes dienten. Unser Wissen konnten wir auf dieser Exkursion so nun auf eine ganz neue Weise anschaulich vertiefen und zudem viele neue Fakten lernen.

Endlich in Nürnberg angekommen, wurden wir zunächst in Gruppen aufgeteilt und starteten unsere Rundgänge, die jeweils von sehr netten LeiterInnen geführt wurden. Wir begannen im gigantischen Innenraum der Kongresshalle, eine Art Abklatsch des Kolosseums in Rom, wo uns der Größenwahn Hitlers sehr anschaulich gezeigt wurde. Weiter ging es über die Große Straße zum geplanten Deutschen Stadion (Plan: Platz für 400.000 Zuschauer!). Nach einem recht langen Fußweg und vielen interessanten Erklärungen erreichten wir das riesige Zeppelinfeld mitsamt der Tribünen, wo wir uns nochmal der Größe des gesamten Geländes bewusst werden konnten.  

Die anschließende Mittagspause konnten wir entspannt bei einer kleinen Tretbootfahrt oder einem Spaziergang am Dutzendteich verbringen. Zum Mittagessen gingen wir später noch in den nächstgelegenen Burger King, welcher sich ebenfalls in einem ehemaligen Bauwerk der Nationalsozialisten, dem sogenannten Umspannwerk, befindet, und damit wieder die Frage aufwirft, für welchen Zweck man diese historisch bedeutsamen Bauwerke heute noch nutzen kann und darf. Hier hat sich die Stadt Nürnberg für eine recht moderne Lösung entschieden: Durch Besichtigungen und Führungen über das Gelände gerät es mitsamt seiner wichtigen Geschichte nicht in Vergessenheit und kann trotzdem noch zeitgemäß genutzt werden, ohne dass die Geschichte verloren geht.  

Nach der Mittagspause und vor der Rückreise besuchten wir noch gemeinsam die Interimsausstellung des Dokumentationszentrums, in welchem auf anschauliche Weise viele Zusammenhänge, Ursachen und Folgen dieser Zeit dargestellt werden. Die einzelnen Bereiche befassen sich hauptsächlich mit den Reichsparteitagen und der Rolle der Stadt Nürnberg, wobei auch auf die Nürnberger Prozesse nach dem Zweiten Weltkrieg sowie auf viele Einzelschicksale eingegangen wird. Das eigentliche Dokuzentrum wird derzeit renoviert.

Durch diese anschauliche und sehr interessante Exkursion konnten wir alle neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, wodurch uns diese Themen der Geschichte wahrscheinlich besonders lange in Erinnerung bleiben werden.

Irina Karela (Q12)