Sonderpreis für das LTG als einzige deutsche Schule beim Europäischen Chemielehrerkongress 2015 in Innsbruck

Verkehrsmittelantriebe – heute und morgen
Ein fächerübergreifendes und jahrgangsübergreifendes Projekt zwischen Chemie und Physik mit den Jahrgangsstufen 8 und 10

Einreichung zum 13. Projektwettbewerb des VCÖ „Chemie für die Zukunft – nachhaltig und ressourcenschonend“

Die Idee zu dem Projektthema ist im Rahmen einer Referatserie über „Erneuerbare Energieträger und den Umweltschutz“ im Chemieunterricht der Klasse 10b entstanden. Die Frage nach den Antrieben der Verkehrsmittel in Gegenwart und Zukunft beschäftigt neben Industrie und Forschung v.a. die Politik und die Öffentlichkeit.
Es fanden sich ein Projektteam aus vier Pädagogen (Frau Alkofer, Herrn Gerl, Herrn Almer und Herrn Hollweck) und zwei Klassen (8b und 10b) zusammen. Bei dem Projekt bearbeiten die Fächer Chemie und Physik Hand in Hand das Thema Verkehrsmittelantriebe aus verschiedenen Blickwinkeln. Zusätzlich wird jahrgangsübergreifend mit einer 8. und einer 10. Klasse gearbeitet. Das Projekt gliedert sich in drei Module:

Modul 1: Verkehrsmittelantriebe – morgen (8. Klasse)
Gegenstand ist hier der experimentelle Bau einer mikrobiologischen Brennstoffzelle, die auf der biochemischen Arbeit von Hefezellen basiert. Aktuell ist Ende letzten Jahres der Toyota Miraj als erstes Serienfahrzeug mit einer konventionellen Brennstoffzelle der Öffentlichkeit präsentiert worden. Dieses Modul umfasst eine Doppelstunde und wird im Teamteaching durchgeführt. Die Schüler arbeiten in Gruppen.

Modul 2: Verkehrsmittelantriebe – heute (10. Klasse)
Im Fokus sind hier zum einen der Treibstoff E10 im Vergleich zu dem bisher etablierten E5, wobei experimentell der Energiegehalt von Ethanol bestimmt wird, mit  Literaturwerten verglichen wird und sich jeder Projektteilnehmer selbstständig eine fundierte Meinung über die Sinnhaftigkeit der Einführung von E10 erarbeitet. Ferner wird der Antrieb von Raketen experimentell und mit einer Recherche ins Visier genommen. Auch hier wird in Gruppenarbeit fächerübergreifend gearbeitet. Der Zeitrahmen beträgt zwei Doppelstunden.

Modul 3: „Treffen der Generationen“
Je eine Gruppe aus der 8. Und 10. Klasse wird einander zugelost und diese bringen sich anhand des erstellten Produkts (Plakat) aus dem jeweiligen Modul die wichtigen Inhalte gegenseitig bei (Lernen durch Lehren, LdL). Dabei wird das Plakat mit den neuen Informationen ergänzt und am Ende zusammen mit allen Materialien abgegeben. Eine Woche später findet als Feedback ohne Benotung für jeden Projektteilnehmer ein online Multiple-Choice Test über die Inhalte des Projekts statt. Der Zeitaufwand beträgt für dieses Modul eine Doppelstunde zuzüglich einer Einzelstunde für die Durchführung der Befragung und der Gestaltung der Ausstellung mit den Plakaten.

Die Module sind vom Lehrerteam bei mehreren Treffen und in Einzel- und Partnerarbeit im Austausch mit den beiden Klassen konzipiert und durchgeführt worden. Dank gilt der Schulleitung und den Lehrkräften, die Unterrichtszeit für die eine gemeinsame Doppelstunde beider Klassen, das „Treffen der Generationen“, zur Verfügung gestellt haben. Ebenso gilt der Dank den Schülern und Eltern, die einer Veröffentlichung  von Bildern und Filmmaterial für diesen Wettbewerb zugestimmt haben. Schließlich auch ein Dankeschön an die Hausmeister, die erst das "Treffen der Generationen" in der Aula mit der Raumvorbereitung 
ermöglicht haben.


Unser Projekt wurde im April im Rahmen des 13. Europäischen Chemielehrerkongresses als einzige deutsche Schule mit einem Sonderpreis bedacht. Gerade die offenen Arbeitsformen und das gegenseitige Unterrichten durch die Schüler(innen) wurde von der Jury lobend hervorgehoben. Verbunden mit dem Sonderpreis ist ein Gutschein über 700 Euro, der den Naturwissenschaften am LTG zu Gute kommt.
Ernst Hollweck

OStR Ernst Hollweck im Namen des Projektteams