Wer säet, der erntet – auf zweijährige Arbeitsphase folgt die Präsentation der Seminare

Bereich: Oberstufe


Auch in diesem Jahr war es wieder so weit: Die Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs gaben sich die Ehre und präsentierten am 11. Januar 2017 von 17.30 bis 20.00 Uhr ihre Ergebnisse der projekt- und wissenschaftspropädeutischen Seminare, an denen sie eineinhalb Schuljahre gearbeitet haben. Insgesamt stellten neun P- sowie neun W-Seminare aus den Natur- und Geisteswissenschaften ihre Ergebnisse vor. Das breit gefächerte Spektrum der P-Seminare umfasste unter anderem die Angebote aus Sport (Leistungsdiagnostik), Latein (Hexenprozesse), Informatik (Robotik), Geographie (eBook Geo), Französisch (Französisch im Kindergarten – Lernen mit allen Sinnen), Bus (Bewerbungstraining). Zudem gewährten die Ausstellungen der W-Seminare Einblicke in die Themen Antike Mythen (Deutsch), Fragen der Medizin- und Bioethik (Katholische Religion) und Meteorologie (Physik).

Hinter dem Wort P-Seminar verbirgt sich das „Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung“, W-Seminar steht für „Wissenschaftspropädeutisches Seminar“, wobei die Schüler Einsicht in die wissenschaftliche Arbeitsweise erhalten. Am Ende der zehnten Klasse dürfen sich die Schüler unter den zahlreichen Angeboten der Fachschaften entscheiden. In den folgenden zwei Jahren sollen sie sich nach wissenschaftlichem Anspruch, aber auch kreativ mit der gewählten Thematik auseinandersetzen.

Die Ergebnisse dieses zweijährigen Arbeitsprozesses präsentierten die Schüler an diesem Abend mithilfe von Ausstellungswänden sowie mit Filmen, Diashows und Experimenten. Für das leibliche Wohl sorgten die Schüler der Q11, die darüber hinaus die Möglichkeit nutzten und sich bei dieser Veranstaltung für die anstehende Arbeit im darauffolgenden Abschlussjahr inspirieren ließen.

Beim Streifzug durch das Schulhaus gab es viel zu entdecken. Als besonders auffällig erwies sich dabei die Dirndl-Gondel, welche die bekannte Kampenwand-Gondel am Kreisverkehr in Aschau in einem etwas kleineren Maßstab darstellte. Zudem beeindruckten Wind-Kunstwerke sowie Recycling-Bilder, die aus Müll bekannte Priener Wahrzeichen nachbildeten und somit das Motto „Einfall statt Abfall“ umsetzten.

In der Aula konnte sich der interessierte Besucher in die einzelnen W-Seminar-Themen einlesen, indem er die von den Schülern erstellten Plakate und Wandzeitungen studierte. Die Schüler fungierten als Experten und standen vor ihren Plakaten Rede und Antwort. So konnte man sich über verblüffende Paradoxa aus der Stochastik, Tyrannenmord, Vergleichsstudien zur chinesischen und römischen Geschichte oder politische Theorien des 20. Jahrhunderts informieren.

Prominenten Besuch empfingen Herr Hauptmann und sein Geschichte-W-Seminar, das sich mit den Themen Freiheit, Demokratie und Werte auseinandersetzte. In Zusammenarbeit mit der Nemetschek-Stiftung, die der Unternehmer Georg Nemetschek zur Festung demokratischer Grundwerte gründete, präsentierten die Schüler eine durch selbsterstellte Spiele ergänzte Wanderausstellung, bei der sich die Besucher auf die Suche nach ihrer persönlichen Definition von Freiheit begeben konnten. Mit dieser Frage konfrontiert sah sich auch unser Schulleiter Herr Metken im Interview mit den Teilnehmern des W-Seminars.

Einen Perspektivwechsel in die Position eines Lehrenden vollzogen die Schülerinnen und Schüler des Biologie-P-Seminars von Herrn Eisenhuth. Ihre Aufgabe war es, Modelle für den Biologieunterricht der Unter- und Mittelstufe zu entwickeln und diese „am lebenden Objekt“ zu testen. Ideenreichtum, handwerkliches Geschick und Präzision bei der Umsetzung begeisterten die Besucher ebenso wie die Testschüler. Der Fundus des biologischen Anschauungsmaterials konnte dadurch erweitert werden, wovon spätere Schülergenerationen profitieren.

Überraschende Erkenntnisse über Getränke, die uns tagtäglich im Alltag begegnen lieferten des Chemie-Seminars von Herrn Hollweck. Ist Markenwasser tatsächlich hochwertiger und besser im Geschmack als das Pendant vom Discounter? Wieviel Tassen Kaffee kann man bedenkenlos pro Tag konsumieren und ist alkoholfreies Bier eine echte Alternative? Expertenwissen wurde hier im Reagenzglas und unter dem Mikroskop unter Beweis gestellt und alltagstaugliche Antworten auf die eben gestellten Fragen gefunden.

Der Tag der Seminare offenbarte sich als gelungene Veranstaltung, bei der die Schüler mit Stolz und Enthusiasmus den zahlreichen Besuchern die Früchte ihrer Arbeit präsentierten. Wir danken den Leitern der P- und W-Seminare, die für einen gelungenen Rahmen sorgten und vor allem den Schülerinnen und Schülern, die sich einer positiven Resonanz zurecht sicher sein konnten.

Schon jetzt sollte man sich den Termin für die Präsentation der Arbeiten der nächsten Abiturienten im Januar 2018 vormerken.