Rettet den Hauptmann!!!!

Am Dienstag, den 7. Februar 2017, fuhren die Klassen 10a und 10b in Begleitung der Lehrer Frau Birnkammer, Frau Wittmann, Frau Tremmel, Herr Huber, Herr Duckstein und Herr Koch ins Münchner Residenztheater. Auf dem Programm standen "Die Räuber" von Friedrich von Schiller. 

Die Tragödie handelt vom Neid des zweitgeborenen Franz auf die Bevorzugung seines älteren Bruders Karl. Franz` Intrigen führen zunächst zur Gründung einer Räuberbande, deren Hauptmann Karl ist, und später zur Selbstzerstörung der Adelsfamilie Moor. 

Auf der Bühne bot sich uns eine fantastische Inszenierung des leidenschaftlichen Dramas. Man hatte mit viel technischem Aufwand eine riesige Maschine aus zwei monströsen Laufbändern installiert. Die Schauspieler waren gezwungen, sich ständig gegen die sich bewegende Bühne unter ihren Füßen zu stemmen und vorwärts zu marschieren. Aus dem Hintergrund erklangen pausenlos Paukenschläge und zwei Streicher sorgten für einen schaurigen Unterton.

Um die Gegensätze der verfeindeten Brüder Franz und Karl Moor noch besser darzustellen, ist in dieser Kraftinszenierung der Ego-Shooter Franz mit einer Frau besetzt. In der doch sehr männerlastigen Tragödie sticht vor allem auch Karls Verlobte Amalia hervor, die in Bedrängnis durch Franz alle Blicke auf sich zog, als sie sich sogar entblößte. Besonders in Erinnerung blieben dem Publikum die sehr energiegeladenen Räuberszenen, in denen meistens alle 16 Räuber im Chor sprachen. Während sich das Maschinenwerk unaufhaltsam nach oben schraubte, marschierte die Räuberbande im Gleichschritt mit dem symbolischen Lauf der Zeit. 

Schon am 28. November hatten die Klassen 10b und 10d eine andere Inszenierung von "Die Räuber" im Theater EinsteinKultur besucht. Während hier viel Wert auf die wörtliche Umsetzung des Dramas und eine möglichst einfache Vermittlung der Handlung gelegt wurde, standen im Residenztheater Emotionen und das beeindruckende Bühnenbild im Vordergrund. Ein so fantastisches Bühnenbild wie im Residenztheater hat eben auch seinen Preis und ist für ein so kleines Theater finanziell einfach nicht zu leisten. Das Team aus nur fünf Schauspielern im EinsteinKultur machte diesen Vorteil des Residenztheaters aber durch seine schauspielerische Leistung wieder wett.

Beide Theaterfahrten werden uns in sehr positiver Erinnerung bleiben und wir bedanken uns herzlich bei allen Lehrern, die sie organisiert und uns begleitet haben.