Phytoplankton und Zooplankton

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Limnologie, Phytoplankton, Mesokosmos und Secchischeibe. Was erst einmal nach einem ganzen Haufen unverständlicher Fachsprache klingt, wurde uns an nur einem Vormittag erklärt. Wir, die Klasse 10c und unsere Biolehrerin Frau Endres, sind am 22.09.2017 zur regulären Schulzeit gestartet.

Das Ziel? Die limnologische Einrichtung der Ludwig-Maximilian-Universität München in Seeon. Nach einer freundlichen Begrüßung der neun werdenden Lehrer für Grund-, Mittel-, Realschule und Gymnasium, sprich Studenten der Universität, hielten uns diese auch gleich einen kurzen, informativen Vortrag über das Ökosystem See. Im Anschluss bekamen wir auch noch ein Laborjournal ausgeteilt, in welchem wir die Ergebnisse und Notizen festhalten konnten. Danach sind wir in drei Gruppen aufgeteilt von den Studenten durch die Stationen geführt worden.

Bei der Station See durften wir mit einem Ruderboot auf den Klostersee hinausfahren und aus den sogenannten Mesokosmen (eng. Enclosures) Wasserproben nehmen. Die Enclosures sind 5 000 Liter fassende Plastiktüten, mit Hilfe derer Untersuchungen unter denselben Bedingungen durchgeführt, einzelne Faktoren jedoch gezielt verändert werden können. So haben wir Seewasserproben genommen, in der normalen Ausgabe, mit zusätzlichem Nitrat und eine mit extra Phosphat. Auch haben wir in acht Meter Tiefe nach Zooplankton gefischt und sind fündig geworden! In der freien Wildbahn kam auch die Secchischeibe zum Einsatz, mit der man die Sichttiefe im Wasser misst.

Danach ging es ins Labor, um die Proben auf Nährstoffe zu überprüfen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Man gibt verschiedene Nachweisstoffe rein und... PUFF! Nein, natürlich gab es kein „Puff“! Die Färbung des Wassers wurde untersucht und dann stellten wir folgende Nährstoffe fest: Ammonium, Nitrat, Nitrit und Phosphat. Und das, obwohl nur 25 mg in 5 000 l enthalten waren!

Die letzte Station trug den Namen „Zooplankton und Phytoplankton“. Was ist das nun? Ersteres sind klitzekleine Lebewesen, mit bloßem Auge gerade so erkennbar, während Letzteres nur Algen sind. Wir haben uns unser selbst gefangenes Zooplankton unter dem Mikroskop angeschaut und dann auch noch gezüchtete Daphnien, oder auch Wasserflöhe, näher kennen gelernt. Diese sind kleine Tierchen, die am Tag in den Tiefen des Sees zu finden sind, aber an der Oberfläche nächtigen, da dann keine Fressfeinde unterwegs sind. Prinzipiell bestehen Daphnien zum größten Teil aus Kohlenstoff. Uns wurde mit diesem Wissen eine Frage gestellt: „Wie viel Kohlenstoff wandert täglich den Klostersee rauf und runter?“ Wenn du jetzt schätzt: „Joa... so ‘n paar Kilo werden‘s schon sein...“ dann kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Weit gefehlt! 80 000 Tonnen Kohlenstoff nehmen täglich die Reise auf sich, um nicht gefressen zu werden. Denn die Nahrungskette ist eindeutig: Fisch frisst Zooplankton frisst kleine Algen frisst Nährstoffe werden gebraucht von großen Algen. Sollte man also einen dieser Faktoren verändern, verändert sich auch alles außen herum, darum wird die Nahrungskette von den Studenten auch Nahrungsnetz genannt.

Und zum Schluss, was ist denn Limnologie jetzt eigentlich? Bestimmt hast du es im Laufe des Berichts bereits herausgefunden. Limnologie bezeichnet die Wissenschaft von Seen (bzw. generell Binnengewässer) als Ökosystem.

Mein Fazit zu der Exkursion: Es war wirklich sehr informativ und interessant, auch vom Aufbau her. Ich kann den Ausflug anderen Klassen nur empfehlen und würde mich freuen, wenn in ein paar Jahren meine Schwester Heim kommt und sagt: „Wir fahren nächste Woche nach Seeon, in so eine Einrichtung mit einem ganz komplizierten Namen!“