Das Oktoberfestattentat von 1980

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Im Rahmen des Geschichts- bzw. Sozialkundeunterrichts befassten sich am 16.2.2017 alle zehnten Klassen mit dem Oktoberfestattentat von 1980.

Damals stand in der Ausgabe des „Spiegel“ (Nr. 41, 1980, S.30):

„Der Anschlag von München – der binnen Sekunden mehr Tote (13) und Verletzte (219) forderte als die Verbrechensserie der Baader-Meinhof-Gruppe bis zur Zerschlagung ihres harten Kerns 1972 – markierte für Millionen Bundesbürger eine völlig neue Dimension des Grauens. Denn die extreme Linke hatte den Tod x-beliebiger Mitbürger bei ihren Anschlägen auf Bankiers oder Politiker zwar stets in Kauf genommen, aber nicht gesucht.“

Bis heute gibt dieser Anschlag viele Fragen auf, auf die der BR-Journalist Ulrich Chaussy Antworten sucht und dessen jahrzehntelange Recherchen über die Hintergründe dieses Anschlags ganz wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in diesem Verfahren im Dezember 2014 wieder aufgenommen hat.

Im Anschluss an den Film „Der blinde Fleck“, der sich an der Biographie Chaussys orientiert, hatten die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen zwei Stunden Zeit und Gelegenheit, mit dem BR-Journalisten zu sprechen bzw. Fragen an ihn zu richten.

Dabei kreiste das Gespräch vor allem um die von Chaussy massiv bezweifelte These, der mutmaßliche Bombenleger Gundolf Köhler habe als Alleintäter und „nur“ aus persönlichen Motiven gehandelt.

Ein Stück lange vergessener, aber – nicht erst seit der Debatte um die NSU-Morde - in vieler Hinsicht noch immer aktueller deutscher Geschichte konnte so den Schülerinnen und Schülern anschaulich und informativ näher gebracht werden. 

Und: Chaussys abschließendes Plädoyer für eine Wahrheitssuche, die sich nicht auf Spekulationen oder Mutmaßungen einlässt,  ist in postfaktischen Zeiten sehr wohltuend.