China will den dritten Weltkrieg? – zum Glück nur in der POL&IS-Welt

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Von 20.03.17 bis 22.03.17 fuhren wir, also 25 Zehntklässler, nach Teisendorf, um am Planspiel POL&IS teilzunehmen.

Aber was ist POL&IS eigentlich? – POL&IS steht für Politik und Internationale Sicherheit und ist eine interaktive, runden- und rollenbasierte Simulation, die mit Hilfe eines vorgegebenen Regelwerks politische Zusammenhänge fassbar darstellt und erlebbar macht. Es geht aber nicht nur um Politik, sondern auch um Fähigkeiten wie Teamwork, Rhetorik und Präsentation. Das Planspiel, das schon seit über 25 Jahren gespielt wird, wird heute von Jugendoffizieren der Bundeswehr geleitet.

Nach unserer Ankunft und dem kurzen Kennenlernen mit den anderen teilnehmenden Schülern aus Ising blieb nicht viel Zeit, denn wir wurden sofort unserer jeweiligen Region und unserer Rolle zugewiesen. Bei POL&IS gibt es 13 Regionen (Nordamerika, Europa, Japan, Südostasien, Ozeanien…) mit jeweils drei Vertretern: dem Staatsminister, dem Regierungschef, der gleichzeitig der Umweltminister ist, und dem Wirtschaftsminister. Außerdem gibt es den UN-Generalsekretär, Vertreter der Weltbank, der Weltpresse und der NGOs. Um alle Spieler auf den selben Stand zu bringen, wurden wir von den Jugendoffizieren in die Simulation eingewiesen und jede Region stellte sich kurz vor.

Danach begann auch schon das erste POL&IS-Jahr, also die erste Runde im Spiel mit den Pressemitteilungen aus aller Welt. Danach berieten sich die Vertreter einer Region, um geeignete Ziele für das bevorstehende Jahr festzulegen und arbeiteten Sicherheits- und Umweltformulare aus. Anschließend trafen sich alle Staatsminister an der großen Weltkarte und platzierten Streitkräfte, Diplomaten und Entwicklungshelfer um beispielsweise Guerilla- oder Piraterieeinheiten zu bekämpfen. Währenddessen schrieben die Regierungschefs Programme, handelten die Wirtschaftsminister mit verschiedensten Rohstoffen, suchte die Weltpresse andauernd nach den neuesten Skandalen in der POL&IS-Welt und prangerten die NGOs Missstände in Sachen Umwelt und Menschenrechte an.

Auch nach dem Abendessen ging es noch weiter. Und zwar mit einem Sicherheitsgipfel, der vom Generalsekretär einberufen wurde, um eine Koalition gegen den Terror zu schließen. 

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück sofort mit den nächsten Spielphasen weiter. Der Vormittag endete mit dem Abschluss des ersten POL&IS-Jahres – der UN-Generalversammlung, die vom Generalsekretär moderiert wurde. Jede Region hielt einen kurzen Vortrag und stellte ihre Erfolge und Probleme dar. Außerdem deckte die Weltpresse Skandale auf, riefen die NGOs zu mehr Umweltbewusstsein auf und lieferte die Weltbank ihren Bericht und zeigte die finanziellen Probleme der einzelnen Regionen auf. Nach den Vorträgen bekam jeder Redner ein kurzes Feedback von den Jugendoffizieren.

Danach fand ein von der Weltbank organisierter Weltwirtschaftsgipfel statt, in dem Spenden gesammelt wurden, um die globale Hungersnot besser bekämpfen zu können.

Am Nachmittag startete die zweite Spielrunde wieder mit den Nachrichten und dieses Jahr wurde auch das Wetter für jede Region ausgewürfelt. Das zweite POL&IS-Jahr endete am dritten Tag wieder mit der Generalversammlung.

Eine weitere wichtige Tugend in der Politik und der konstruktiven Zusammenarbeit stellt die Disziplin und Pünktlichkeit dar. So wurde bei POL&IS jedes Zuspätkommen und jedes unangebrachte Verhalten mit einem Kulturpunkt geahndet. Regionen oder Institutionen, die drei Kulturpunkte gesammelt hatten, mussten ein Kulturprogramm aufführen. Am dritten Tag also durften wir also eine wunderbare Eurythmie-Veranstaltung von Europa, eine Gedichtlesung des UN-Generalsekretärs und eine Entspannungsmeditation von Indien genießen.

Insgesamt kann man sagen, dass uns POL&IS allen viel Spaß und fast wie nebenbei ein besseres Verständnis für Politik verschafft hat.  Nicht nur während den Spielphasen wurde viel diskutiert, auch in den Pausen ging es weiter: natürlich über die Simulation, aber auch  über aktuelles politisches Geschehen. Vorurteile wie „die Politiker schaffen ja eh nichts“ und „in der Politik dauert alles immer so ewig“ wurden aus dem Weg geräumt, da wir selbst gesehen haben, wie schwierig es oft ist, die geeignetste Lösung zu finden und sich einig zu werden. Was uns allen im Gedächtnis bleiben wird, ist auf jeden Fall, dass Kommunikation ALLES ist!!!

Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an die beiden Jugendoffiziere, Hauptmann Kristin Brinckmann und Oberleutnant Christian Schicht, für die Leitung des Planspiels. Ein großes Dankeschön geht natürlich auch an die Lehrkräfte Frau Haberl und Herrn Pöhlmann, die uns begleiteten und die Simulation für uns erst möglich gemacht haben.