Auf Ovids Spuren

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Für die Teilnehmer des Kurses auf „Ovids Spuren“ ging es mit Frau Haberl und Frau Auer bei unwirtlichem Wetter auf die Herreninsel. Dort wurde vor allem der Latona-Brunnen im Zentrum der Gartenanlagen näher betrachtet. Dieser erzählt in Anlehnung an Ovids Metamorphosen die Geschichte der lykischen Bauern, die ihre Boshaftigkeit teuer bezahlen mussten. Sie wurden nämlich von der zürnenden Göttin Latona in Frösche verwandelt. Man sollte sich eben nicht mit einer Gottheit anlegen! Denn als Latona bei sengender Hitze kniefällig um ein wenig Wasser bittet, verwehren die rüpelhaften Bauern ihr und ihren Kindern Apollo und Artemis den Zugang zum See und beginnen obendrein zu lästern.  Das Lästern mussten sie fortan sozusagen quakend (sub aqua) fortsetzen. Dieser Geschichte lauschten die Schüler vor Ort und verfolgten mit Interesse  weiteren Erzählungen aus Ovids „Verwandlungssagen“, in denen z. B. Venus oder Diana eine Rolle spielen. Auch diese beiden genannten beiden Damen kann man nämlich  – mehr oder weniger bekleidet – im Park entdecken. Die Schüler lernten auch einiges über die französische Gartenbaukunst.  Die Gartenanlagen sind ja bekanntlich wie das Schloss selbst eine Kopie von Versailles. Und ähnlich wie beim Spiegelsaal übertrifft Ludwig II. hier sein großes Vorbild. Denn die beiden großen Brunnenanlagen vor dem Eingang wurden zusätzlich mit riesigen Figurenaufbauten versehen.  So steht der Besucher beeindruckt vor dem sogenannten Fama- und Fortunabrunnen, welche den Ruhm des Königs und den Wohlstand Bayerns symbolisieren sollen. Die zahlreichen Details wurden ebenfalls in Augenschein genommen, bevor die literarische Spurensuche alle zurück nach Prien führte.