6. Klässler reisen in die römische Vergangenheit

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Ganz in unserer Nähe wurde römische Geschichte geschrieben. Nicht jeder ist sich dessen vielleicht bewusst. Und so führt alljährlich ein Ausflug unsere 6. Klassen in die ehemalige Römersiedlung Bedaium, das heutige Seebruck.
Hier zeugen zwei Ausgrabungen von der Präsenz der Römer. Die Überreste einer antiken Räucherkammer und die Grundmauern eines Tempels zu Ehren des Gottes Bedaius, des Namensgebers des Ortes. Dabei handelt es sich wohl um den „Chiemseegott“, den man sich als Mischwesen von Steinbock und Fisch vorstellen darf. Er ziert als Logo den Römerweg, der zum Museum führt.
Dies erfuhren wir von Frau Ziereis, die uns auch die römische familia und das Miltärwesen näher brachte. Eine kurze Wartezeit hatte sich gelohnt, da tauchten authentisch gekleidet bzw. ausgerüstet vier Gestalten aus der Vergangenheit auf: eine römische matrona, ein Zenturio mit Gefolgsmann und ein keltischer Krieger. Wie trägt sich ein römisches Kettenhemd? Warum ist das römische Schwert kurz und das keltische lang? Weshalb geht der römische Helm nicht über das Ohr? Was hat die römische Schachtordnung mit einer Schildkröte zu tun? Diese und andere Fragen konnten anschaulich beantwortet werden.

Im Museum setzte dann Legionär Quintus alias Herr Ziereis die Reise in die Vergangenheit fort.  Bereitwillig reichte er Wachstäfelchen, Papyrus und Schreibgerät herum und lieferte sich eine Partie Mühle mit einem Schüler. Die Römer waren nämlich leidenschaftliche Spieler. Vor allem die Mädchen bestaunten den hübschen Schmuck, die filigranen Gewandfibeln und nicht zuletzt die Qualität der „terra sigilata“, ein hochwertiges Tongeschirr,  für das die Gegend bekannt war.  Aber auch die anstrengenden Seiten des römischen Alltags lernte man kennen.  So schulterten  manche unter Stöhnen das durchaus gewichtige Marschgepäck eines römischen Soldaten oder versuchten Korn zu mahlen. Damals wurden übrigens bereits Brezeln gebacken!

Alles in allem ein wirklich erlebnisreicher Tag!