Geschichte machen ist möglich!

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Von Montag bis Mittwoch tauchte die Klasse 10d unseres Gymnasiums aus dem Schulalltag auf und ganz in die Welt des Planspiels POLIS ein – übrigens zusammen mit einer Gruppe aus Zehntklässlern und Mitgliedern der Q 11 des Gymnasiums Miesbach. Bei „POLIS“ handelt es sich um eine sehr realistische Simulation internationaler Politik. Unsere Schülerinnen und Schüler haben einiges erlebt – und gut verhandelt:
 
Der Montag – oder: Wie war das nochmal?
Nach der Ankunft im verschneiten Teisendorf und dem Bezug der Zimmer begann von seiten unserer begleitenden Jugendoffiziere der Bundeswehr die konzentrierte Einführung in das Planspiel. Unsere Schülerinnen und Schüler teilten sich dabei auf einige Weltregionen auf, die sie hinterher im Spiel vertraten – oder sie verstärkten die Gruppe der NGOs oder der Weltpresse. Sämtliche Informationen schnell zu erfassen und zu verarbeiten war in der Tat eine Herausforderung! Wie füllt man nochmal dieses Wirtschaftsformular aus? Warum darf in der dritten Spalte von links nicht Null herauskommen? Woher kriegen wir die ganzen Kennziffern? Was hat das Ganze dann noch mit dem Sicherheitsformular und dem Umweltformular zu tun? Und warum hungert jetzt auf einmal meine Bevölkerung bei der Hälfte meiner Fabriken, die plötzlich nicht mehr produzieren? Es war schwierig, da den Überblick zu behalten. . . Dementsprechend negativ fielen die ersten Berichte in der UNO – Vollversammlung aus, und dementsprechend kritisch waren die Nachfragen der Weltbank oder auch der Weltpresse. . .
 
Der Dienstag - oder: Allmählich blicken wir durch!
Auch der Dienstag begann nach harten Verhandlungen und Arbeit bis in den Montagabend hinein mit einer Sitzung der Vereinten Nationen, auf dem die Meinungen insbesondere über die sich sehr selbstbewusst gebärdende Gruppe der USA hart aufeinanderprallten. Auch mussten einige Investitionen zugesagt werden, damit die Bevölkerung in China, Afrika und Südostasien wenigstens im nächsten POLIS – Jahr nicht mehr hungern würde. Dies wurde zugesagt. Außerdem kam man nach zähen Verhandlungen überein, eine Hilfsmission nach Arabien zu schicken, um dort den IS zu bekämpfen. Und wie im richtigen Leben dauerte es geschlagene 35 Minuten, bis man sich nach erbittertem Streit einigen konnte, wer die Mission anführen sollte. . .  
 
Der Mittwoch - oder: Wir reformieren den Weltsicherheitsrat 
Am Beginn des dritten POLIS – Jahres zeigte sich, dass die USA inzwischen durch ein Handelsembargo durch Südamerika, Europa, Russland und Afrika ausgegrenzt worden war. Diese Blockade zu durchbrechen war für die Vertreter der USA unmöglich. Und so entschloss sie sich zu einem wahrhaft historischen Schritt: Um wieder integriert zu werden, gaben die Vereinigten Staaten ihre Zustimmung zu einer grundlegenden Reform des Weltsicherheitsrats: Der Abschaffung des Vetos der ständigen Mitglieder! Ob die USA sich das gut überlegt hatten. . .?
 
Um einige Erfahrungen reicher, im Bewusstsein der Komplexität von Politik überhaupt und mit einem Gespür dafür, dass wir alle zusammengehören, tauchten alle wieder aus der POLIS – Welt auf und wieder in den Schulalltag ein.