Zwei vierte Plätze, ein geplatzter Traum und ein geplatzter Reifen – Das Trainingslager Rudern 2016

Bereich: FS Sport


Während die knapp 1000 Schüler des LTGs am Montagmorgen, den 18. Juli bereits die Schulbank drückten und die meisten Lehrer ihre liebe Not hatten, ihre Schüler motivationstechnisch bei der Stange zu halten, kamen die Ruderer des LTGs mit Koffern und Taschen zur Schule, um zusammen mit dem LSH Ising eine Woche ins Trainingslager zu fahren. 

Unter der Aufsicht von Frau Hein startete der Reisebus mit dem Großteil des Teams in Richtung Oberschleißheim, seit Olympia 1972 ein Leistungszentrum für Rudern, während einige erfahrene Jungs Herrn Böswald zur Hand gingen, um vier Gig-Vierer sowie zwei Einer-Boote und die restliche Ausrüstung transportfähig zu machen und zu verladen. Trotz dieses „Abriggens“ und Verladens und dem Transport der Boote kamen alle pünktlich zum Mittagessen in Oberschleißheim an. Weil das Trainingszentrum nur noch eine sehr begrenzte Bettenzahl hat, mussten vier Jungs und Herr Böswald noch eine Fahrt nach Dachau auf sich nehmen, um dort im Jugendgästehaus ihre Zimmer zu beziehen. Für den Rest der Woche bedeutete das auch ein tägliches Pendeln zwischen Dachau und dem Leistungszentrum. Trotz all dieser erschwerenden Umstände begann die Trainingswoche dennoch mit 16 Kilometern am Montagnachmittag. 

Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag folgten ca. 60 weitere Trainingskilometer mit der Zielsetzung alle Boote technisch besser und damit schneller zu machen.

Das Trainingslager in Oberschleißheim baut auf dem Training während des Schuljahres auf und stellt mit dem Landesfinale aller bayerischen (Schul-)mannschaften im Rudern das Highlight des Trainingsjahres dar. Vier Ruderer an den „Skulls“ und ein Steuermann bilden eine Bootsmannschaft. „Das Gleiche tun“ – so lautet stark vereinfacht die Devise für den Rudersport in Mannschaftsbooten. Darin liegt auch die Schwierigkeit, denn Auslage, Setzen, Anrollen, Stemmen, Ziehen, Endzug, Ausheben und Vorrollen müssen im Einklang erfolgen, um effektiven Vortrieb zu erzeugen. Eben diesen Bewegungsablauf gilt es im Team zu erlernen und zu automatisieren. Während die beiden Boote der Wettkampfklasse Jungen III mit fünf Neueinsteigern besetzt waren, ruderten in den beiden Booten der Wettkampfklasse II nur erfahrene Ruderer. Der Einsatz von Videoaufnahmen zur Bewegungsanalyse war jedoch für alle Teams aufschlussreich. 


Am Freitag, am Tag des Landesfinales, dem großen Showdowns aller bayerischen Schulen war eine große Fangemeinde von Eltern an die Regattastrecke gekommen, um ihre Kinder lautstark anzufeuern. Sie durften miterleben, wie zwei der vier Boote in die Finalläufe einzogen und dort leider jeweils nur vierter wurden. Gerade für das Boot mit Steuermann Borgmann Maximilian, Schlagmann Lukas Schneiderreit und Sebastian Seeburger, Constantin Leutloff und Michael Seidl war es eine äußerst knappe Angelegenheit, denn das drittplatzierte Boot hatte nur ca. zwei Meter Vorsprung. So platzte für die Jungs sowie für ihren Trainer M. Böswald der Traum, in dieser heißumkämpften Bootsklasse einen „Stockerlplatz“ zu erreichen. Heißumkämpft ist diese Bootsklasse GigX+ Jungen II wegen der Tatsache, dass das siegreiche Team Bayern im Bundesfinale in Berlin vertreten darf. So bestand die Konkurrenz ausschließlich aus Regattamannschaften, die mehrmals wöchentlich in einem Verein trainieren und zahlreiche Regatten auf Verbandsebene rudern. Deswegen ist dieser vierte Platz sehr hoch einzuschätzen.

Insgesamt war dieses Landesfinale für alle Schüler die Gelegenheit, sich mit den besten bayerischen (Schul-)mannschaften zu messen und die Erfahrung einer Regattateilnahme zu machen. Das Trainingslager war für alle Beteiligten eine Gelegenheit, sich als Team zu fühlen und Schule einmal anders zu erleben. Einmal nicht im Klassenzimmer sondern in einem Boot, einmal nicht auf einem Stuhl sondern auf einem Rollsitz, einmal nicht mit 

einem Stift in der Hand sondern mit zwei Skulls in den Händen….

Während im Landesfinale der Traum des ganz großen Erfolgs für das LTG platzte, platzte auf dem Heimweg ein Reifen des Bootsanhängers. Glücklicherweise ist nichts passiert und M. Böswald und der Zehntklässler Tobias Zintl, der mit im Kleinbus saß konnten die Reifenpanne beheben und die Fahrt fortsetzen. 


Die Fortsetzung des Rudersports am LTG erfolgt im neuen Schuljahr wieder im Rahmen des Wahlfachs Rudern sowie mit der Neuauflage des Trainingslagers im Juli 2017.