Schauspielerin Michaela Weingartner zu Gast am LTG

Im Rahmen des von Herrn Auer angebotenen P-Seminars „Videoprojekt zu Jean-Paul Sartres Theaterstück Huis Clos“ besuchte uns die Schauspielerin Michaela Weingartner am Mittwoch, den 24. Juli 2019, am LTG.

Michaela Weingartner erwarb ihr Fachabitur an der Fachoberschule Traunstein woraufhin sie sich zuerst einem Studium widmete. Jedoch beendete sie dieses frühzeitig, da sie ihre Leidenschaft für das Schauspiel entdeckt hatte und dieser nachgehen wollte. Sie entschloss sich für eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Zerboni in München. Mittlerweile ist sie sowohl im TV als auch im Theater (z.B. Zentraltheater München) zu sehen. Eine TV-Rolle bekam sie beispielsweise in Hubert ohne Staller, Watzmann ermittelt (beide ARD) und Flucht durchs Höllental (ZDF).

Da wir in unserem P-Seminar das französische Theaterstück „Huis Clos“ (dt. „Geschlossene Gesellschaft“) verfilmen, bot es sich an Michaela Weingartner zu uns einzuladen, um einige Tipps für das Schauspielern zu erfahren und somit an einer erfolgreichen Umsetzung des Theaterstücks vorweg zu arbeiten. Zudem streben ein paar Schülerinnen unseres Kurses in naher Zukunft womöglich eine Schauspielausbildung an, weshalb besonders sie, aber auch alle anderen die Möglichkeit hatten sich persönlich mit einer echten Schauspielerin auszutauschen. So kamen einige Fragen rund um das Thema Schauspielern zustande.

Wie ist Michaela Weingartner zum Schauspiel gekommen?

Schon als sie noch sehr jung war, hat sie zuhause oft Krippenspiele mit ihren Geschwistern nachgespielt. Aber auch später in der Schule nahm sie am Theaterkurs teil. Damals war dies für Michaela jedoch nur ein Hobby. Der Gedanke, das Schauspielern später einmal zu ihrem Beruf zu machen, kam ihr noch nicht in den Sinn. Schließlich kam sie jedoch wieder zum Schauspiel zurück. Doch wie man weiß, ist das Leben eines Schauspielers ein harter Job. Es steckt viel Arbeit dahinter, die die meisten Menschen nicht sehen. Diesem muss man sich auch bewusst sein, so Michaela.

Wie standen Michaelas Eltern zu ihrer Entscheidung den Beruf Schauspielerin auszuüben?

Selbstverständlich gab es bei diesen auch Skepsis, welche aber nicht unbedingt schlecht gewesen sei, da man sich seiner Sache sicher sein sollte. Da Michaela großen Spaß beim Schauspielern hatte, waren auch ihre Eltern schnell davon überzeugt.

Wie sieht eine klassische Schauspielausbildung aus?

Von Sprech-, Gesangsunterricht und Tanzen bis hin zu Sport ist alles dabei. Aber auch seinen Körper gut zu kennen ist wichtig, da man so herausfinden kann, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Eine vermeintliche Schwäche ist wohl die allbekannte Nervosität vor jedem Auftritt. Doch anstatt diese negativ zu betrachten, sieht Michaela in ihr etwas Positives. Die Nervosität hilft ihr, um sich besser auf den bevorstehenden Auftritt konzentrieren zu können.

Gibt es Rollen, die Michaela nicht spielen will?

Diese Frage verneinte sie. Für manche Schauspieler gäbe es womöglich „hässliche“ Rollen, die sie deshalb ablehnen. Doch Michaela findet, dass sie dabei die Aufgabe des Berufs vergessen: Als Schauspieler leiht man einer Figur seinen Körper. Man vermittelt dessen Charakterzüge an den Zuschauer, nicht aber die eigenen.

Gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Schauspielern im Theater und im Film?

Im Film wird einem die Arbeit mehr erleichtert. Beispielsweise lassen sich Versprecher leicht herausschneiden. Im Theater hingegen zählt jeder Auftritt, da man nur einmal die Möglichkeit hat sein Können zu zeigen. Dabei muss alles perfekt ablaufen. Als Fazit lässt sich sagen, dass Michaela das Schauspielern im Theater präferiert, weil dies nach dem Auftritt abgeschlossen ist. Man erhält direkt Resonanz von den Zuschauern, wohingegen man beim Film erst nach Monaten das Ergebnis sieht.

Nachdem die Schüler all ihre Fragen gestellt hatten, begann die Praxis. Michaela zeigte uns Schülern einige Aufwärmübungen, die sie im Theater selbst auch ausübt. Darunter fiel z.B. den Körper mit den Händen abzuklopfen oder zu hüpfen und gleichzeitig „A“ sagen, um die Stimmbänder warmzumachen. Abschließend haben die Schüler eine kurze Szene des Theaterstücks „Huis Clos“ in Gruppen eingeübt und vorgespielt. Michaela konnte ihnen dabei wertvolle Tipps mitgeben. Man könne z.B. statt des normalen Textes eine Fantasiesprache anwenden, um sich besser auf Gestik und Mimik zu konzentrieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die 1 ½ Stunden, in denen uns Michaela besucht hat, ein großer Erfolg für unser P-Seminar waren. Vor allem die Schüler, die den Part des Schauspielerns übernehmen, bekamen hilfreiche Tipps für die Umsetzung ihrer Rolle und wir alle konnten einen kleinen Einblick in das Leben einer echten Schauspielerin werfen. Wir bedanken uns recht herzlich, dass sich Michaela Weingartner dafür Zeit genommen hat.

Franziska Weingartner, Q12