Die „Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“ zu Gast am LTG

Am 24.10.2019 erhielten die Q11 sowie der Ethikkurs der Q12 einen zweistündigen Vortrag von Prof. Dr. med. Mathias Freud, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Ziel des Vortrags waren sowohl die Aufklärung über das Krebsrisiko als auch der Erwerb eines fundierteren Wissens über die Krankheit. Dieses Wissen kann zum Beispiel als Grundlage für medizinethische Diskussionen im Rahmen des Ethik- und Religionsunterrichts der Oberstufe dienen. Extreme Fragestellungen in diesem Kontext ergeben sich aus Dilemmas, die beispielsweise entstehen, wenn man hohe Behandlungskosten, niedrige Heilungschancen und das Alter eines einzelnen Krebskranken mit den Bedürfnissen der Gesamtbevölkerung und den mit gleichem Geld erzielbaren gesellschaftlichen Fortschritten aufwiegt. Ist es ethisch gerechtfertigt einen (Krebs)Patienten (nicht) zu behandeln und, wenn ja, wann und warum? Die Beantwortung einer solchen Frage, die letztlich die monetäre Wertung eines Menschenlebens erfordert, ist unbequem, nicht definitiv beantwortbar und hat immer ethisch problematische Komponenten – egal aus welcher Position man argumentiert. Gerade deswegen erschien uns ein Einblick in die medizinische Realität, der vielleicht zu einer etwas begründeteren Diskussion beitragen kann, so wertvoll.

Wir lernten die verschiedenen Krankheitsbilder des Krebses kennen und erfuhren, wie häufig bestimmte Krebsformen, wie z.B. der Brustkrebs, sogar bei jungen Erwachsenen bis 39 Jahre sind. Darüber hinaus wurden wir über Risikofaktoren, wie etwa das Rauchen oder den Ernährungsstil, aufgeklärt, woraufhin viele interessante Fragen von Schülerseite beantwortet wurden. Besonders eingehend wurde die Frage „Wie gehe ich eigentlich mit jungen (ehemaligen) Krebspatienten um?“ diskutiert. „Wie normal soll ich die betroffene Person behandeln? Wann könnte meine Hilfsbereitschaft als verletzend aufgefasst werden?“.

Prof. Dr. med. Mathias Freud gelang es, uns in den zwei Schulstunden sehr interessante und anregende Einblicke in die Onkologie zu bieten und uns insbesondere für das Thema „Krebs im jungen Erwachsenenalter“ zu sensibilisieren. Ich denke, ich spreche im allgemeinen Konsens, wenn ich sage, dass wir die Arbeit der „Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“ als sehr wichtig und unterstützenswert empfanden.

Katharina Klotz, Q12