Große Leistungserhebungen

Gestaltung von Schulaufgaben und Gewichtung der Teilbereiche:

Jgst.AnzahlArbeitszeitGestaltungUmfang der Übersetzung (A)Gestaltung des Aufgabenteils (B)Gewichtung
6
(G 9)
4ca. 40-45 Min.4 x A : Bca. 60

Fragen zu einem im Unterricht übersetzten Text aus den Bereichen Sprache, Textarbeit, kultureller Kontext

3 : 1
n,5 = n
74ca. 45 Min.4 x A : Bca. 70a. Sprache und Textarbeit
b. antike Kultur und ihr Fortwirken
c. Grundwissen
3 : 1
n,5 = n
84ca. 45 Min.4 x A : Bca. 70a. Sprache und Textarbeit
b. antike Kultur und ihr Fortwirken
c. Grundwissen
3 : 1
n,5 = n
93!ca. 45 Min.3 x A : B
(1 Dichtung)
ca. 70 (Prosa)
ca. 60 (Poesie)
a. Sprache und Textarbeit
b. antike Kultur und ihr Fortwirken
c. Grundwissen
2 : 1
Sperrklausel!
(Gesamtnote 4 nur, wenn Ü = 5)
103!ca. 45 - 55 Min.2 x A : B (Prosa)
1 mündliche Schulaufgabe (Dichtung)
Lexikon
ca. 70 (Prosa)
ca. 60 (Poesie)
a. Sprache und Textarbeit
b. antike Kultur und ihr Fortwirken
c. Grundwissen
2 : 1
Sperrklausel!
(Gesamtnote 4 nur, wenn Ü = 5)
11/121 pro HJca. 90 Min.

zweigeteilte Schulaufgaben
Lexikon

ca. 100s.o.
orientiert an Aufgabenteil der Abiturprüfung
(3 Anforderungsbereiche)
2 : 1
Sperrklausel!
Korrekturmatrix

Bewertung der Teilbereiche einer Schulaufgabe:

Übersetzung (A-Teil): Der Fehlersprung bewegt sich je nach Jahrgangsstufe, Länge und Anspruchsniveau zwischen 2,5 F und 4, 5 F. Der Fehlerschritt ist äquidistant, die Note 1 oder 5 kann nach Bedarf geweitet werden.

Aufgabenteil (B-Teil):
Im Aufgabenteil wird die Note nach BE (=Bewertungseinheiten) ermittelt. Die untere Grenze der 4 liegt je nach Schwierigkeitsgrad zwischen 40% und 50% der erreichbaren BE, im Anfangsjahr kann der Schwellenwert für die Note 4 auch bei 60% angesetzt werden.

Die Gewichtung von A zu B ist in der Spracherwerbs- und Lektürephase unterschiedlich (s. obige Übersicht).

-> aus den Ergebnissen der Schulaufgaben wird die schriftliche Note ermittelt

Die mündliche Schulaufgabe in Jahrgangsstufe 10

1. Konzept

Die mündliche Schulaufgabe, die in den modernen Fremdsprachen seit G8 fester Bestandteil der Prüfungsformen ist, hat sich seit dem Schuljahr 2014/2015 auch im Fach Latein etabliert.
Sie wird im Rahmen der Dichtungslektüre in der Jahrgangsstufe 10 abgehalten und bildet den Abschluss einer ca. vierwöchigen Projektarbeit, bei der die Schüler in Dreierteams Ovids Metamorphosen sprachlich und inhaltlich erschließen und ihre Ergebnisse im Plenum präsentieren. Die Schulaufgabe selbst ist dann eine Art „Minikolloquium", d. h. der Schüler hält ein kurzes Referat über einen Ausschnitt aus einem ihm bekannten Textcorpus und stellt sich anschließend in Anwesenheit eines Zweitprüfers den thematischen Fragen seiner Lehrkraft (s. Ablauf und Durchführung). Die mündlichen Schulaufgaben finden parallel in allen Lateingruppen der 10. Klassen statt. Damit ist das Prinzip der Vergleichbarkeit gewährleistet, welches der Fachschaft ein großes Anliegen ist.
Die Überlegungen, die hinter diesem Konzept stecken, sind neben der gezielten Förderung von Eigentätigkeit und der Vorbereitung auf die Oberstufe die Einbeziehung mündlicher Kompetenzen, die nicht nur in der modernen Lebenswelt eine wesentlich Rolle spielen, sondern sich gerade in der Bedeutsamkeit der antiken Rhetorik widerspiegeln. Ferner erfordert die vorausgehende Projektarbeit eine intensive Beschäftigung des Schülers mit kulturell bedeutsamen Stoffen, die wiederum eine gezieltere Vorbereitung auf die Schulaufgabe ermöglicht. Dadurch soll dem Schüler die Angst vor der eher als schwer empfundenen Dichtungsschulaufgabe genommen werden.
Die erzielten Ergebnisse sowie die Evaluation durch die Schüler bestätigen diese alternative Prüfungsform sowohl als motivierend als auch als Chance für Schüler mit schlechteren Sprachkenntnissen.

2. Ablauf und Durchführung (Bsp.: Ovid, Metamorphosen)

  1. Einführungsphase: ca. 3 Wochen „normaler“ Unterricht
  2. Unterrichtsprojekt: ca. 4 Wochen selbständige Arbeit
  3. Präsentationen im Unterricht (innerhalb einer Woche)
  4. mündliche Schulaufgabe (innerhalb 1 Woche)
  5. Exkursion zur Herreninsel mit Besichtigung des „Latonabrunnens“

2.1 Einführungsphase

Leben und Werk Ovids / Übersetzung des Vorworts und einer gemeinsamen Metamorphose / Festigung der Kenntnisse in Stilistik und Metrik / Autorenwortschatz
Anforderungen: Abfragen (Wortschatz, Wiederholung, Metrik), eine Stegreifaufgabe

2.2 Unterrichtsprojekt

  • Bildung von Zweiergruppen: Zuteilung zweier Metarmorphosen durch Los; Textumfang ca. 150 Verse
  • Erschließung des Textes (inhaltlich, sprachlich, metrisch und rezeptionsgeschichtlich), dabei:
  • selbständige Einteilung des in Haus- und Schularbeit zu bewältigenden Pensums
  • Erarbeitung ohne lückenlose Überprüfung der Ergebnisse durch Lehrkraft

Hilfsmittel:
Fachlexika, Wikipedia, lat.-dt. Wörterbücher, lat. Grammatik, Übersetzungen
Dokumentation:
eigene Übersetzungen, Exzerpte, Klärung gramm. Fragen, Computerausdrucke, verwendete Literatur usw.

2.3 Präsentation

Vorstellung der jeweiligen Metamorphose während des Unterrichts in der Gruppe
(inhaltlich, sprachlich und rezeptionsgeschichtliche Erschließung)

-> mündliche Note (doppelt gewichtet)

Bewertungskriterien: Inhalt und Aufbau, Darbietung, Sprache

2.4 mündliche Schulaufgabe

Art der Prüfung: Einzelprüfung (Blockbildung: gleiche Prüfung hintereinander für die jeweilige Zweiergruppe)
Dauer: 15 Min.
Vorbereitung: 15 Min. Vorbereitung (Verwendung eines zweisprachigen Lexikons)
Prüfer: Ein Zweitprüfer ist anwesend.
Aufbau der Prüfung: zweiteilig

  1. Schülervortrag (inhaltliche u. sprachlich-formale Erschließung eines bekannten Textausschnittes aus einer der vorbereiteten Metamorphosen (ca. 6-8 Verse)
  2. Prüfungsgespräch mit (Rück-)fragen zu Metrik, Grammatik, Stilmittel, einem unbekannten Rezeptionsdokument, Inhalt der Metamorphosen, Leben und Werk des Autors

Bewertungskriterien: formale, sprachliche, inhaltliche Interpretation (Bewertungsbogen)

!!Sperrklausel: Gesamtnote ausreichend nur dann, wenn die sprachliche Leistung mindestens mit „mangelhaft“ bewertet wird (vgl. schriftliche Schulaufgabe)

Kleine Leistungserhebungen

Stegreifaufgaben:
Die Zahl der abzuhaltenden Stegreifaufgaben ist nicht festgelegt. Stegreifaufgaben erfolgen jedoch in unteren Jahrgangsstufen, v. a. im ersten Lernjahr, in relativ kurzen Abständen, um die Schüler zu kontinuierlichem und nachhaltigem Lernen anzuhalten.
Bei der Gestaltung hat der Lehrer großen Spielraum (Übersetzungen, Wiederholungen Vokabelabfrage, Grammatikaufgaben etc.).
Je nach gewählter Aufgabenform bietet es sich an mit Fehlern oder BE zu bewerten.

Wörtertests:
Wörtertests sind in der Regel angekündigt, rein reproduktiv und daher strenger zu bewerten; bei entsprechender Kürze können sie im Verhältnis zur Stegreifaufgabe nur halb gewichtet werden.

-> Stegreifaufgaben und Wörtertests zählen zur mündlichen Note und damit wie rein mündlich erbrachte Leistungen,

Rechenschaftsablagen:
Rechenschaftsablagen beinhalten im Wesentlichen dieselben Aufgabenformen wie Stegreifaufgaben, d. h. Wortschatz-, Grammatikabfragen, Wiederholungen bereits gelesener Texte etc.

Unterrichtsbeiträge:
Unterrichtsbeiträge entstehen durch Beobachtung des Leistungsverhaltens eines Schülers über einen längeren Zeitraum, in der Regel zwei Wochen.

Errechnung der Gesamtnote

Die schriftliche Note wird im Vergleich zur mündlichen doppelt gewichtet (2 : 1).
Dies gilt nicht in der Oberstufe, wo schriftlich und mündlich gleich gewichtet werden (1:1).

Jahrgangsstufentest

Ein schulinterner Jahrgangsstufentest ist am LTG für die Schüler der 7. Jahrgangsstufe festgesetzt. Dieser wird zu Beginn des Schuljahres abgehalten und als Stegreifaufgabe eingebracht. Dadurch sollen die Schüler/Innen zu gezielter Wiederholung des Basiswissens motiviert werden. Auf diese Weise wird ihnen der Start ins zweite Lateinjahr erleichtert.

Latinum

Das LTG bietet Schülern, die vorzeitig Latein ablegen, die Möglichkeit das Latinum zu erwerben. Dazu werden Vorbereitungskurse abgehalten.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Lateinunterrichts in der 9. Jahrgangsstufe (mindestens Note 4 im Jahreszeugnis) erwerben die Schüler/Schülerinnen sog. „gesicherte Lateinkenntnisse“. Diese Niveaustufe, die z. B. für das Studium des Lehramts am Gymnasium in den Fächern Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch als fachliche Zulassungsvoraussetzung gefordert wird, wird im Abiturzeugnis als „Kleines Latinum“ bestätigt werden.
 
Die Schule bietet nun Schülern / Schülerinnen, die Latein nach der Jahrgangsstufe 9 durch Italienisch als spät beginnende Fremdsprache ersetzen oder die 10. Klasse im Ausland verbringen und in Latein im Jahreszeugnis voraussichtlich keine schlechtere Note als ausreichend erzielen werden, die Möglichkeit über eine schulinterne Feststellungsprüfung das „Latinum“ als nächst höhere Niveaustufe vorzeitig zu erreichen. Diese Qualifikation, die ebenfalls im Abiturzeugnis aufscheinen wird, ist in manchen geisteswissenschaftlichen Fächern noch Zulassungsvoraussetzung.
 
Die Feststellungsprüfung zum Erwerb des Latinums ist schriftlich und mündlich abzulegen. Schriftlicher und mündlicher Teil werden im Verhältnis 2:1 gewichtet. Die Prüfung ist bestanden, wenn die Gesamtnote „ausreichend“ oder besser lautet und wenn in der schriftlichen und in der mündlichen Prüfung jeweils mindestens die Note „mangelhaft“ erreicht wurde.
 
Die schriftliche Prüfung besteht aus der Übersetzung eines lateinischen Originaltextes im sprachlichen Schwierigkeitsgrad einer anspruchsvolleren Cicero-Stelle (ca. 110 lat. Wörter). Die Bearbeitungszeit beträgt 90 Minuten. Die Benutzung eines vom Staatsministerium zugelassenen Lexikons ist erlaubt.
 
Die Gesamtnote der in Jahrgangsstufe 9 erbrachten mündlichen Leistungen zählt auf Antrag als mündlicher Teil der Feststellungsprüfung. Ansonsten ist eine eigene mündliche Prüfung im Umfang von 20 Minuten über den Stoff der Jahrgangsstufe 9 abzuhalten.
Empfehlungen zur Vorbereitung auf die Prüfung:

  • Stark für Schüler, Abitur-Wissen - Latein Prüfungswissen Latinum ISBN-13: 978-3866681552
  • Prüfungsbeispiele